Leberkrebs (Leberkarzinom): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. März 2016)

Bei Leberkrebs (Leberkarzinom) richtet sich die Therapie einerseits nach Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors, andererseits nach Alter und Gesundheitszustand des Erkrankten. Sobald feststeht, dass Leberkrebs vorliegt, sollte der Arzt dem Betroffenen erläutern, welche Arten der Therapie infrage kommen und mögliche Vorteile und Nachteile der Behandlung aufzeigen. Ebenfalls ist der Zustand der Leber von Bedeutung. Die zentralen Fragen lauten:

  • Liegt eine Leberzirrhose vor oder nicht?
  • Kommt die Leber ihren Aufgaben (z.B. Herstellung wichtiger Eiweiße und Entgiftung) nach?

Grundsätzlich stehen für die Leberkrebs-Therapie unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, die in manchen Fällen auch kombiniert werden:

  • Operation (teilweise Entfernung der Leber)
  • Lebertransplantation
  • Örtliche (lokale) Therapieverfahren, z.B.
    • Wärmebehandlung: Radiofrequenztherapie (Radiofrequenzablation, RFA); dabei werden die Tumorzellen durch Hitze zerstört
    • Verödung des Tumors durch Ethanol- oder Essigsäure-Injektion (PEI); nur in Fällen, in denen weder eine Operation noch eine Radiofrequenzablation möglich ist
      • Gefäßverschluss: transarterielle Chemoembolisation (TACE)
      • Bestrahlung der Leber von innen: selektive interne Radiotherapie (SIRT)
    • palliative Therapie (Sicherung und Besserung der Lebensqualität, Schmerzfreiheit), z.B.:

    Die Radiofrequenzablation wird unter anderem eingesetzt, um Herzrhythmusstörungen zu behandeln. Unser Video veranschaulicht Ihnen, wie eine solche Radiofrequenzablation abläuft.

    Operation (Teilentfernung der Leber, Leberteilresektion)

    Ob bei Leberkrebs eine Operation in Betracht kommt, hängt maßgeblich von der Funktion der Leber ab. Daher überprüft der Arzt die Leberfunktion durch Labortests und bespricht dann mit dem Betroffenen, welche Therapie geeignet ist. Bei Leberkrebs gilt die Operation als Methode der Wahl, wenn das Lebergewebe noch recht gesund ist, also keine fortgeschrittene Leberzirrhose vorliegt. Vor allem kleinere Tumoren können mit gutem Ergebnis operiert werden, was die Prognose der Erkrankung verbessert.

    Umfang und Vorgehen bei einer Leberkrebs-Operation hängen wesentlich von drei Punkten ab:

    • Anzahl,
    • Größe und
    • Lage der Tumoren

    Der Chirurg entfernt den Teil der Leber, in dem der Leberkrebs liegt und entnimmt zudem umliegendes gesundes Gewebe. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass keine Krebszellen im Körper verbleiben. Ärzte nennen dies auch: "im Gesunden entfernen".

    Lebertransplantation

    Vor allem für Menschen mit einer Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation bessere Resultate erbringen als eine einfache Entfernung des Tumors. Da eine Lebertransplantation ein großer und belastender Eingriff ist, kommt er nur für Personen infrage, deren Allgemeinzustand gut ist und die nur an möglichst wenigen oder keinen Begleiterkrankungen leiden. Individuell muss in jedem Fall abgewogen werden, welche Art der Therapie mit welchen Risiken einhergeht. Ein wichtiger Unterschied zur teilweisen Entfernung der Leber besteht darin, dass der Betroffene nach der Transplantation langfristig Medikamente nehmen muss, die eine Abstoßung der Spenderleber verhindern. Das Immunsystem des Körpers erkennt nämlich das fremde Organ und würde versuchen, es anzugreifen.

    Video: Lebertransplantation


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