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Leberkrebs (Leberkarzinom)

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Leberkrebs (Leberkarzinom): Diagnose

(Stand: 27. Januar 2010)

Besteht der Verdacht auf Leberkrebs (Leberkarzinom), sind einige Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern oder eine andere Ursache für die Beschwerden zu finden. Der Arzt kann mithilfe der Untersuchungen feststellen, ob es sich tatsächlich um einen bösartigen Lebertumor handelt und wenn ja, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Hierbei gilt es herauszufinden, ob der Tumor ursprünglich von der Leber ausgegangen ist (sog. primärer Leberkrebs) oder ob Lebermetastasen eines bösartigen Tumors vorliegen, der an anderer Stelle des Körpers entstanden ist (sog. sekundärer Leberkrebs). In der Regel nimmt der Arzt die Untersuchungen in dieser Reihenfolge vor:

  • Ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient: Der Arzt erfragt Art und Dauer der Beschwerden, Vor- und Begleiterkrankungen sowie mögliche Risikofaktoren für eine Leberzirrhose wie eine chronische Hepatitis oder Alkoholmissbrauch.
  • Gründliche körperliche Untersuchung: Unter anderem tastet der Arzt die Leber und andere Organe des Bauchraums durch die Bauchdecke.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Mit ihrer Hilfe kann der Arzt etwa die Leber, die Nieren und die Milz betrachten. Auch Lymphknoten kann er darstellen. Die Ultraschalluntersuchung ist völlig risikolos und schmerzfrei.
  • Blutentnahme und Laboruntersuchungen: Sie verfolgen zwei Ziele: die Suche nach Krankheitszeichen und die Prüfung der Leberfunktion. Die Konzentration eines speziellen Eiweißes im Blut, des Alpha-Fetoproteins (AFP), kann Hinweise auf Leberkrebs geben. AFP gilt als sogenannter Tumormarker für verschiedene Krebserkrankungen – auch für Leberkrebs. Dennoch kann der Wert die anderen Untersuchungsergebnisse nur ergänzen. Eine sichere Aussage, ob Leberkrebs vorliegt oder nicht, erlaubt der AFP-Wert alleine nicht. Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten AFP-Wert einhergehen können, sind: Hodentumoren, Tumoren des Magen-Darm-Trakts, Lungenkrebs und chronische Hepatitis. Auch während einer Schwangerschaft ist das AFP oft natürlicherweise erhöht. Außerdem Zweck der Labortests: nachzuweisen oder auszuschließen, ob Hepatitisviren im Blut sind.

In einigen Fällen wird Leberkrebs als Zufallsdiagnose bei einer aus anderem Grund vorgenommenen Ultraschalluntersuchung (Sonographie) entdeckt.

Wenn sich der Verdacht auf Leberkrebs erhärtet, sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um die Diagnose zu bestätigen und festzustellen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat:

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) und eine Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgt, wenn nicht sicher ist, ob es sich bei dem Lebertumor um primären Leberkrebs handelt oder um Absiedlungen (Metastasen) eines Darm- beziehungsweise Magenkrebses. Bei diesen Untersuchungen führt der Arzt ein flexibles optisches Instrument in Magen oder Darm ein, das mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet ist und Endoskop heißt.

In seltenen Fällen ist eine minimal-invasive Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig, um die Ausbreitung des Tumors genau beurteilen zu können. In allen Fällen gilt: Letztlich kann nur die feingewebliche Untersuchung der auffälligen Leberbezirke unter dem Mikroskop bestätigen, dass es sich um Leberkrebs handelt. Hierzu entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie).

Bei Verdacht auf Gallengangskrebs kann eine Spiegelung der Gallenwege mit einem Endoskop Klarheit verschaffen (sog. endoskopisch retrograde Cholangiographie, ERCP). Bei Krebserkrankungen der Gallenwege liegt in manchen Fällen ein als "Tumormarker" bezeichnetes Eiweiß im Blut in erhöhter Konzentration vor: das sogenannte Ca 19-9 (Cancer Antigen 19-9, Cancer = Krebs). Daher nimmt der Arzt Blut ab und untersucht es auf dieses Eiweiß.

Weiterlesen: Leberkrebs (Leberkarzinom): Therapie

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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