Leberkrebs (Leberkarzinom): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. März 2016)

Besteht der Verdacht auf Leberkrebs (Leberkarzinom), sind einige Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu sichern oder eine andere Ursache für die Beschwerden zu finden. Der Arzt kann mithilfe der Untersuchungen feststellen, ob es sich tatsächlich um einen bösartigen Lebertumor handelt und wenn ja, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Hierbei gilt es herauszufinden, ob der Tumor ursprünglich von der Leber ausgegangen ist (sog. primärer Leberkrebs) oder ob Lebermetastasen eines bösartigen Tumors vorliegen, der an anderer Stelle des Körpers entstanden ist (sog. sekundärer Leberkrebs). In der Regel nimmt der Arzt die Untersuchungen in dieser Reihenfolge vor:

  • Ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient: Der Arzt erfragt Art und Dauer der Beschwerden, Vor- und Begleiterkrankungen sowie mögliche Risikofaktoren für eine Leberzirrhose wie eine chronische Hepatitis oder Alkoholmissbrauch.
  • Gründliche körperliche Untersuchung: Unter anderem tastet der Arzt die Leber und andere Organe des Bauchraums durch die Bauchdecke ab.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Mit ihrer Hilfe kann der Arzt etwa die Leber, Gallengänge und Gallenblase, die Nieren und die Milz betrachten. Auch Lymphknoten kann er darstellen. Die Ultraschalluntersuchung ist risikolos und schmerzfrei.
  • Blutentnahme und Laboruntersuchungen: Sie verfolgen zwei Ziele:
    • Suche nach Krankheitszeichen
    • Prüfung der Leberfunktion
    Weiterer Zweck der Labortests: nachzuweisen oder auszuschließen, ob Hepatitisviren im Blut sind. Die Konzentration eines speziellen Eiweißes im Blut, des Alpha-Fetoproteins (AFP), kann Hinweise auf Leberkrebs geben. AFP gilt als sogenannter Tumormarker für verschiedene Krebserkrankungen – auch für Leberkrebs. Dennoch kann der Wert die anderen Untersuchungsergebnisse nur ergänzen. Eine sichere Aussage, ob Leberkrebs vorliegt oder nicht, erlaubt der AFP-Wert alleine nicht. Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten AFP-Wert einhergehen können, sind: Auch während einer Schwangerschaft ist das AFP oft natürlicherweise erhöht.

In einigen Fällen wird Leberkrebs als Zufallsdiagnose bei einer aus anderem Grund vorgenommenen Ultraschalluntersuchung (Sonographie) entdeckt.

Wenn sich der Verdacht auf Leberkrebs erhärtet, sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um die Diagnose zu bestätigen und festzustellen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat:

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) und eine Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgen, wenn nicht sicher ist, ob es sich bei dem Lebertumor um primären Leberkrebs handelt oder um Absiedlungen (Metastasen) eines Darmkrebses beziehungsweise Magenkrebses. Bei diesen Untersuchungen führt der Arzt ein flexibles optisches Instrument – ein Endoskop – in Magen oder Darm ein. Es ist mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet; auf einem angeschlossenen Bildschirm kann der Arzt die Magen-oder Darmschleimhaut dann genau betrachten.

In seltenen Fällen ist eine minimal-invasive Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig, um die Ausbreitung des Tumors genau beurteilen zu können. In allen Fällen gilt: Letztlich kann nur die feingewebliche Untersuchung der auffälligen Leberbezirke unter dem Mikroskop bestätigen, dass es sich um Leberkrebs handelt. Hierzu entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie). Die Entnahme von Lebergewebe ist zwar auch mithilfe einer feinen Nadel direkt durch die Haut möglich (sog. Feinnadelpunktion) – diese Methode ist allerdings mit der Gefahr verbunden, dass sich Tumorzellen im Stichkanal der Nadel festsetzen und sich im Körper verbreiten. Wenn Aussichten bestehen, den Leberkrebs vollständig zu heilen, verzichten Ärzte deshalb auf die Feinnadelpunktion.

Bei Verdacht auf Gallengangskrebs kann eine Spiegelung der Gallenwege mit einem Endoskop Klarheit verschaffen (sog. endoskopisch retrograde Cholangiographie, ERCP). Bei Krebserkrankungen der Gallenwege liegt in manchen Fällen ein als "Tumormarker" bezeichnetes Eiweiß im Blut in erhöhter Konzentration vor: das sogenannte Ca 19-9 (Cancer Antigen 19-9, Cancer = Krebs). Daher nimmt der Arzt Blut ab und untersucht es auf dieses Eiweiß. Die Bestimmung sogenannter Tumormarker alleine eignet sich jedoch nicht zur Diagnose.


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