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Latexallergie

Latexallergie: Definition

Stand: 31. Januar 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Latexallergie ist eine nach Kontakt mit Naturlatex oder Latexprodukten auftretende Überempfindlichkeitsreaktion. Naturlatex lässt sich aus dem Kautschukbaum Hevea brasiliensis gewinnen und findet aufgrund seiner Materialeigenschaften zur Herstellung zahlreicher Gebrauchs- und medizinischer Bedarfsgegenstände Verwendung.

Bei der Latexallergie finden sich zwei verschiedene allergische Reaktionen:

  • Soforttyp (Typ I): Auslöser dieser allergischen Reaktion sind Eiweiße des Naturlatex, die die Bildung spezifischer IgE-Antikörper auslösen. Die allergieauslösenden Eiweiße (sog. Allergene) stellen meist Rückstände aus der industriellen Produktion dar.
  • Spättyp (Typ IV): Diese allergische Reaktion tritt nach Kontakt mit der Kautschukmilch bei der Latexherstellung hinzugefügten Zusatzstoffen auf. Beispiele für diese Zusatzstoffe sind Vulkanisationsbeschleuniger, Antioxidantien, Vulkanisatoren, Farbstoffe und Alterungsschutzmittel. Vermittelt durch T-Lymphozyten führen diese Allergene erst nach mehr als zwölf Stunden zu erkennbaren Symptomen.

Häufigkeit

Während die Latexallergie bis 1980 noch vollkommen unbekannt war, gehörte sie nachfolgend zu den mit größter Häufigkeit auftretenden Berufsallergien. Die Latexallergie gewann vor allem durch den vermehrten Verbrauch latexhaltiger Produkte, in erster Linie Handschuhe, zunehmende Bedeutung. Dementsprechend betrifft die Allergie gegen Latex vor allem medizinisches Personal, von dem 5 bis 10 Prozent allergisch auf Latex reagieren. Weitere Risikogruppen sind Beschäftigte in der Gummiindustrie und Gärtner, Raumpfleger und Friseure. Daneben sind auch Kinder mit einer Spina bifida und Menschen mit bestehenden Handekzemen besonders anfällig für eine Latexallergie.

Aus gepuderten Latexhandschuhen findet die Freisetzung der für die Latexallergie verantwortlichen Allergene besonders leicht und in großer Zahl statt, weil der Puder die Allergene bindet und beim An- und Ausziehen aufwirbelt. Sie können sich so in der Atemluft verbreiten und zu einer Sensibilisierung der Atemwege führen. Aus diesem Grund konnten Menschen mit einer Latexallergie schon durch den bloßen Aufenthalt in Krankenhaus- oder Arzträumen massive Beschwerden bekommen. Seit gepuderte Latexhandschuhe verboten sind, ist die Häufigkeit der Latexallergie gesunken.

Weiterlesen: Latexallergie: Ursachen

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