Lassa-Fieber

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. April 2015)

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Das Lassa-Fieber ist eine in Westafrika verbreitete Viruserkrankung, die anfangs grippeähnlich verläuft und später innere Blutungen verursachen kann (sog. hämorrhagischer Verlauf). Geeignete Hygienemaßnahmen schützen vor einer Ansteckung.

Eine durch Viren bedingte Infektion wie das Lassa-Fieber, die mit Fieber und inneren Blutungen einhergeht, bezeichnet man auch als virales oder virusbedingtes hämorrhagisches Fieber. Derartige virale Infektionskrankheiten sind meldepflichtige Krankheiten. Zur Gruppe der viralen hämorrhagischen Fieber gehören beispielsweise auch:

Voraussetzungen für eine Ansteckung mit dem Lassa-Fieber sind mangelnde hygienische Bedingungen: Die Lassa-Viren, die für das Lassa-Fieber verantwortlich sind, werden dabei durch Kot oder Urin infizierter Nagetiere sowie durch engen Kontakt mit Betroffenen beziehungsweise deren Ausscheidungen oder Blut übertragen.

In Westafrika stecken sich etwa 100.000 bis 300.000 Menschen pro Jahr mit Lassa-Viren an, wobei die Infektion in den meisten Fällen mit milden Symptomen verläuft oder gar nicht bemerkt wird. In Deutschland traten seit 1969 nur vereinzelt (aus Westafrika eingeschleppte) Fälle auf. Der letzte Fall wurde 2006 registriert.

Wer sich mit dem Lassa-Virus infiziert, hat gute Chancen, dass kaum oder nur leichte Symptome auftreten: Typischerweise entwickeln sich 3 bis 21 Tage nach der Infektion

Es folgen

Typisch für das Lassa-Fieber sind zudem schmerzhafte Schwellungen im Rachen und im Gesicht (z.B. der Augenlider) und eine erhöhte Blutungsneigung, die sich etwa an den Schleimhäuten bemerkbar macht. In manchen Fällen kann es beim Lassa-Fieber zu inneren Blutungen kommen (hämorrhagischer Verlauf). Dann kann die Erkrankung Organe schädigen und lebensgefährlich sein.

Um eine schnelle Diagnose und nachfolgende Behandlung des Lassa-Fiebers zu gewährleisten, ist es ratsam, schon beim ersten Verdacht auf Lassa-Fieber Blutproben zu entnehmen: Hierin kann man die Lassa-Viren oder spezifische Antikörper nachweisen. Je nachdem, wie gut die medizinische Versorgung ist, verläuft ein Lassa-Fieber trotz Krankenhausbehandlung in 10 bis 20 von 100 Fällen tödlich, in schweren Fällen mit inneren Blutungen verstirbt sogar jeder zweite bis dritte Patient.

Erfolgt eine frühzeitige Therapie mit dem virenhemmenden Mittel Ribavirin (über die Vene oder über den Mund verabreicht), kann dies die Sterblichkeit bei Lassa-Fieber verringern. Eine Impfung gegen Lassa-Fieber steht derzeit nicht zur Verfügung. Einer Infektion lässt sich aber vorbeugen, indem man im Verbreitungsgebiet der Infektionskrankheit Kontakt mit Nagetieren und deren Exkrementen sowie erkrankten Menschen vermeidet und allgemein auf Hygiene achtet.

In der Schwangerschaft verläuft Lassa-Fieber oftmals sehr schwer. Häufig führt die Infektion auch zu einer Fehlgeburt. Frauen sollten während einer Schwangerschaft daher möglichst nicht in Verbreitungsgebiete reisen.


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