Laktoseintoleranz (Laktose­unverträglichkeit): Verlauf & Vorbeugen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. März 2016)

Verlauf

Eine Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit) verläuft typischerweise chronisch – es sei denn, die Verdauungsstörung ist sekundär (z.B. durch eine andere Erkrankung) entstanden: Dann vertragen die Betroffenen Milchzucker (Laktose) meist wieder, wenn es gelingt, die Ursache erfolgreich zu beheben.

Doch auch mit einer dauerhaften Laktoseintoleranz lässt es sich in der Regel gut leben: Wer konsequent auf eine laktosearme oder laktosefreie Ernährung achtet und bei Bedarf Laktase-Präparate einnimmt, hat eine ebenso gute Lebensqualität wie andere Menschen, die Milchprodukte vertragen. Ernste Komplikationen infolge der Laktoseunverträglichkeit sind nicht bekannt.

Menschen, die trotz Laktoseintoleranz keine entsprechende Diät einhalten und dauerhaft Durchfälle entwickeln, können Mangelerscheinungen bekommen, weil Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente nicht in ausreichenden Mengen in die Blutbahn gelangen.

Wer sich – aufgrund einer Laktoseintoleranz oder aus anderen Gründen – laktosefrei ernährt, sollte allerdings darauf achten, seinen Calciumbedarf zu decken: Milch und Milchprodukte enthalten große Mengen an Calcium. Fällt diese Quelle weg, ist ein Calciummangel möglich – was das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) erhöht. Milchersatzprodukte aus Soja oder Getreide enthalten grundsätzlich nur wenig Calcium. Sie tragen nur zur Calciumversorgung bei, wenn sie mit dem Mineralstoff angereichert sind – was inzwischen bei vielen Produkten auf Soja- oder Getreidebasis der Fall ist. Um die Mineralstoffbilanz aufzubessern, eignen sich zudem:

  • calciumreiche Lebensmittel, wie Gemüse (z.B. Brokkoli und Grünkohl),
  • calciumreiche Mineralwässer (mit mindestens 150 mg Calcium pro Liter) und
  • calciumangereicherte Fruchtsäfte,
  • zusätzlich eventuell Calcium-Tabletten oder -Pulver.

In sehr seltenen Fällen kann hinter einer angeborenen Laktoseintoleranz ein von Geburt an bestehender (kongenitaler) vollständiger Laktasemangel stecken: Ohne spezielle Ernährung kann dies lebensbedrohlich verlaufen, denn: Milch ist in den ersten Lebensmonaten oft die einzige Energiequelle für Säuglinge. Bei vollständigem Laktasemangel können sie die darin enthaltene Laktose aber nicht verwerten. Das heißt: Sie können keinen Traubenzucker daraus gewinnen, der ein lebenswichtiger Energielieferant für alle Körperzellen ist. Die Folge: Die Zellen erhalten zu wenig Energie. Dadurch kann besonders das Gehirn schwere Schäden davontragen. Daher ist es wichtig, das Kind frühzeitig mit einer speziellen laktosefreien und glukosehaltigen Ersatznahrung zu füttern.

Vorbeugen

Einer Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit) können Sie nicht vorbeugen. Wenn der Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln bei Ihnen Beschwerden auslöst, können Sie dies jedoch mit einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung oder der Einnahme von Laktase verhindern.


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