Laktoseintoleranz (Laktose­unverträglichkeit): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. März 2016)

Eine Laktoseintoleranz (Laktoseunverträglichkeit) lässt sich durch einen Test diagnostizieren. Zur Verfügung stehen:

  • der Expositions- bzw. Provokationstest,
  • der Laktosetoleranztest,
  • der H2-Atemtest und
  • ein Gentest.

Zudem kann jeder selbst anhand einer laktosefreien Diät prüfen, ob Laktose (Milchzucker) Beschwerden bereitet oder gut verträglich ist. Dazu reicht es, sich mehrere Tage lang laktosefrei zu ernähren. Treten in diesem Zeitraum keine Beschwerden auf, liegt möglicherweise eine Laktoseintoleranz vor.

Im Anschluss an die laktosefreie Diät kann man zum Beispiel unter ärztlicher Aufsicht oder zu Hause einen Expositions- oder Provokationstest durchführen – das bedeutet: ein Glas Milch auf leeren Magen trinken. Treten dann innerhalb kurzer Zeit typische Beschwerden auf, kann dies den Verdacht auf eine Laktoseintoleranz erhärten. In diesem Fall sind mitunter weitere Tests sinnvoll, um die Diagnose zu sichern.

Beim sogenannten Laktosetoleranztest trinkt man unter ärztlicher Aufsicht ein Glas Wasser, in dem 25 bis 50 Gramm Laktose aufgelöst sind. Wenn ausreichend Laktase im Dünndarm vorhanden ist, spaltet dieses Enzym die Laktose in Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). In diesem Fall steigt innerhalb von zwei Stunden nach Einnahme der Laktose der Blutzuckerspiegel an – also die Konzentration an Glukose im Blut. Bei einem Laktasemangel passiert dies nicht, da der Darm die Laktose nicht aufspalten kann – und somit keine Glukose ins Blut gelangt.

Die zuverlässigste Methode zur Diagnose einer Laktoseintoleranz ist der H2-Atemtest.

Beim H2-Atemtest trinkt man ebenfalls zunächst eine Laktoselösung mit 25 bis 50 Gramm Laktose. Anschließend pustet man in regelmäßigen Abständen in ein Gerät, das die Wasserstoff-Konzentration in der Atemluft misst.

Bei einer Laktoseintoleranz befindet sich nach einiger Zeit das Gas Wasserstoff (H2) in der Atemluft. Wasserstoff entsteht, wenn die Laktose (aufgrund eines Laktasemangels) unverdaut in den Dickdarm gelangt. Dort zersetzen Bakterien den Milchzucker und bilden dabei unter anderem Wasserstoff. Der Wasserstoff wiederum geht ins Blut über und wird in der Lunge an die Atemluft abgegeben.

Mit einem Gentest kann der Arzt eine erblich bedingte Laktoseintoleranz nachweisen. Dazu entnimmt er einen Wangenabstrich, den er danach im Labor auf entsprechende Veränderungen am Erbgut untersuchen lässt. Seit Kurzem ist dieser Test auch in Apotheken erhältlich: Damit nimmt man den Wangenabstrich selbst vor und schickt das Material anschließend zur Auswertung an ein Labor.

In manchen Fällen kann der Arzt eine verringerte Laktaseaktivität auch mithilfe einer Gewebeprobe aus dem Dünndarm (sog. Dünndarmbiopsie) nachweisen. Diese Untersuchung ist jedoch kein Routineverfahren bei Verdacht auf Laktoseintoleranz.


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