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Läuse: Definition

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (14. März 2016)

Ein Befall durch Läuse (Pedikulose) zeichnet sich dadurch aus, dass sich bestimmte Lausarten in behaarten Körperregionen oder der Kleidung eingenistet haben. Der Mensch kann von drei Lausarten befallen werden. Hierzu zählen

  • die Kopflaus (Pediculus humanus capitis),
  • die Körper- oder Kleiderlaus (Peiculus humanus humanus seu vestimentorum, früher Pediculus humanus corporis) sowie
  • die Scham- oder Filzlaus (Phthirus pubis).

Läuse leben vom Blut des Menschen. Die Läuse-Eier, Nissen genannt, haften durch eine klebrige Substanz am Haarschaft. Im Unterschied zu Flöhen können Läuse nicht springen – dafür krabbeln sie recht schnell.

Kopfläuse (Pediculosis capitis) lassen sich fast ausschließlich im Bereich des Kopfhaares nieder. Haben sie sich dort eingerichtet, verlassen sie den Kopf ungern wieder – die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt demnach bei engem Kontakt. Kopfläuse treten bevorzugt in Schulen und Kindergärten auf. Kopflausbefall ist weit verbreitet und hat nichts mit fehlender Hygiene zu tun.

Das Bild zeigt eine Laus auf menschlicher Haut. © Okapia

Läuse leben bevorzugt auf der Kopfhaut. © Alastair MacEwen/OSF/OKAPIA

Ein Befall durch Körper- oder Kleiderläuse (Peiculus humanus humanus seu vestimentorum) ist vor allem unter Bedingungen zu beobachten, bei denen Menschen eng zusammenleben, zum Beispiel bei obdachlosen Menschen, in Wohnheimen und Sammellagern.

Die Läuse leben in der Kleidung des Betroffenen und legen dort auch ihre Eier ab. Kleiderläuse bevorzugen im Gegensatz zu Kopfläusen Körperregionen mit spärlicher Behaarung und eine Temperatur von 28 bis 30 Grad Celsius – dies entspricht dem Kleiderklima des Menschen. Deshalb halten sie sich in der Regel auf der Innenseite der Kleidung auf. Auch ihre Eier legen sie dort ab. Nur zur Blutmahlzeit wandern sie auf die Haut des Menschen. Ändert sich die Körpertemperatur des Wirts (z.B. bei Fieber), wechseln diese Läuse zu einem anderen Wirt, wobei sie eine Geschwindigkeit von 30 Zentimetern pro Minute an den Tag legen können. Aufgrund dieses sogenannten Wandertriebs verbreiten sich Kleiderläuse leichter als Kopfläuse.

Der Befall durch Filzläuse (Pediculosis pubis) entsteht in der Regel durch engen körperlichen Kontakt, wie beim Geschlechtsverkehr. Aber auch eine Übertragung über Bettwäsche und Kleidungsstücke ist möglich. Die Filzlaus ist etwas kleiner als die Kopf- oder Kleiderlaus (ca. 1 bis 2 mm). Sie befällt mit Vorliebe die Schamhaare, aber bei starkem Befall siedelt sie sich auch in Achsel- und Barthaaren sowie in Augenbrauen und Wimpern an. Durch ihre Bisse hinterlässt sie blau-graue Flecken auf der Haut.

Häufigkeit

In den westeuropäischen Ländern nimmt der Befall mit Kopfläusen wieder zu. Kopfläuse sind weltweit verbreitet. Insbesondere kleine Kinder in Kindergärten oder jüngere Schulkinder, aber auch Obdachlose sind betroffen. Kleiderläuse kommen derzeit in Deutschland kaum vor. Genaue Zahlen über die Verbreitung von Filzläusen in Deutschland gibt es nicht.

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