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Kuru

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Dezember 2014)

Kuru ist eine sehr seltene übertragbare Hirnerkrankung, die nur bei einem bestimmten Eingeborenenstamm in Papua-Neuguinea vorkommt. Sie gehört zu den sogenannten transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (übertragbaren schwammartigen Hirnerkrankungen; kurz: TSE), zu denen zum Beispiel auch die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) oder der Rinderwahn (BSE) zählen.

Die Stammesangehörigen des Fore-Stamms aßen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aus rituellen Gründen die Gehirne ihrer Verstorbenen. Bevorzugt erkrankten Kinder und erwachsene Frauen, möglicherweise weil insbesondere Kinder und Frauen das rituelle Mahl vorbereiteten und einnahmen. Mit dem Verbot von kannibalischen Ritualen Ende der 1950er Jahre ging die Zahl der Kuru-Erkrankungen stetig zurück. Da Kuru aber eine sehr lange Inkubationszeit – das ist der Zeitraum, zwischen dem Kontakt mit dem Kuru-Erreger und dem Ausbruch der Krankheit – hat, treten noch immer einzelne Krankheitsfälle auf.

Kuru gehört zu den sogenannten Prionenerkrankungen, die durch veränderte Eiweiße (Prionen) ausgelöst werden. Diese Erkrankungen führen zu schwammartigen Veränderungen des Gehirns. Das Krankheitsbild ist durch das rasche Voranschreiten neurologischer Symptome gekennzeichnet. Dazu gehören unter anderem:

Erste Anzeichen der Kuru-Erkrankung sind oft Schmerzen in den Armen und Beinen, Kopfschmerzen und Schluckbeschwerden. Als besonders charakteristisch wird ein schauerartiges Zittern bei Kuru beschrieben. Im Gegensatz zu anderen Prionenerkrankungen verlieren die Betroffenen seltener ihre geistigen Fähigkeiten (Demenz). Der Krankheitsverlauf ist mit sechs bis zwölf Monaten kurz und endet tödlich.

Die Diagnose von Kuru ist schwierig, da die auftretenden Beschwerden auch bei anderen Prionenerkrankungen vorkommen können. Mit Methoden wie einer Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Gehirn lassen sich zwar Veränderungen feststellen, allerdings sind diese ebenfalls keine eindeutigen Hinweise auf die Kuru-Krankheit.

Auffällig ist vor allem die sogenannte Astrogliose: Die Stützzellen im Gehirn (Astrozyten) schwellen an und sterben nach und nach ab. Dadurch entsteht die schwammartige Struktur des Gehirns, die für die transmissiblen spongiformen Enzephalopathien typisch ist.

Kuru kann nicht geheilt werden. Verschiedene Medikamente können aber die Beschwerden kurzzeitig lindern.






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