Kreuzschmerzen: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2015)

Kreuzschmerzen können durch verschiedene Ursachen bedingt sein. Häufig liegt den Schmerzen des Iliosakralgelenks eine andere Erkrankung oder Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule zugrunde.

Verschleißerscheinungen

Mögliche Ursachen von Kreuzschmerzen sind Verschleißerscheinungen des Rückens. Durch den aufrechten Gang des Menschen werden Wirbel und Bandscheiben dauerhaft belastet. Wichtig ist daher, durch Bewegung und eine möglichst natürliche Haltung dem Rücken einen Wechsel von Be- und Entlastung zu bieten. So werden die Bandscheiben mit Nährstoffen versorgt, die Rückenmuskulatur trainiert und die Wirbelgelenke geschont.

Gerade durch Bewegungsmangel und Übergewicht, aber auch durch Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen kann es daher zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen und damit Kreuzschmerzen kommen. Reagiert die Rückenmuskulatur auf die so entstehenden Schmerzen mit einer verstärkten Muskelspannung, kann es zu einer schmerzhaften Wechselwirkung aus Verschleiß und Verspannung kommen.

Angeborene Erkrankungen

Kreuzschmerzen können außerdem angeborene Erkrankungen als Ursachen haben. Zu den angeborenen Erkrankungen, die zu Rückenschmerzen führen können, zählt die vererbbare Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew). Es handelt sich hierbei um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, deren Ursache weitgehend ungeklärt ist. Jedoch besteht in mehr als 90 von 100 Fällen eine erbliche Veranlagung (genetische Disposition); außerdem weist das Gewebe Betroffener bestimmte Merkmale auf, die sich in einem Bluttest bestimmen lassen (sog. Assoziation zum Gewebsantigen HLA-B27).

Erworbene Erkrankungen

Erworbene Erkrankungen kommen bei Kreuzschmerzen ebenfalls als Ursachen infrage. Solche Erkrankungen, die zu Schmerzen des Iliosakralgelenks führen, können entzündlich, durch den Stoffwechsel oder durch Verschleiß (degenerativ) bedingt sein. Auch Tumoren können unter Umständen hierfür verantwortlich sein.

Im Rahmen entzündlicher Erkrankungen findet man Kreuzschmerzen bei:

Es handelt sich dabei trotz infektiösem Auslöser um eine sterile Gelenkentzündung, das heißt es sind keine Erreger im Gelenk nachweisbar. Die reaktive Arthritis heilt meist innerhalb eines halben Jahres aus.

Kreuzschmerzen im Rahmen degenerativer Erkrankungen treten eher bei älteren Personen auf und sind beispielsweise im Rahmen einer fortgeschrittenen Osteoporose (Knochenschwund) oder Arthrose zu finden.

Beim Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom) ist das Kreuzbein-Darmbeingelenk blockiert. Das bedeutet, die Muskeln, welche das Gelenk bewegen und / oder stabilisieren, sind schmerzhaft angespannt.

Das ISG-Syndrom beziehungsweise die Kreuzschmerzen haben ihre Ursachen unter anderem in einer Überlastung oder Lockerung, zum Beispiel durch

Oder die Beschwerden entstehen als Reaktion auf eine Bandscheibenerkrankung: Die Wirbel sind durch die dazwischen liegenden Bandscheiben vor Abnutzung geschützt. Rutscht eine Bandscheibe aus ihrer natürlichen Position und drückt gegen einen Nerv, sind Schmerzen und weitere Beschwerden möglich, zum Beispiel Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Beinen.

Psychosomatische Ursachen

Kreuzschmerzen können auch psychosomatische Ursachen haben oder sich durch seelische Einflüsse verstärken.

Der Begriff psychosomatisch umfasst die aus dem Griechischen stammenden Wörter psyche für Seele und soma für Körper. Psychosomatische Erkrankungen gehen also mit körperlichen Beschwerden einher, die aufgrund seelischer Befindlichkeiten, Probleme oder Krankheiten auftreten. Andersherum können ihrerseits körperliche Beschwerden auch psychische Probleme nach sich ziehen.

Das vegetative Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen beispielsweise zu beschleunigtem Herzschlag und gesteigerter Durchblutung kommen. Dauert die Überbelastung zu lange an, können psychosomatische (auch: somatoforme) Störungen auftreten. Äußern sich diese in dauerhaften Schmerzen, etwa Kreuzschmerzen, so wird wiederum eine Stresssituation geschaffen und ein Teufelskreis beginnt.

Wer Gefühle wie Aggression, Wut oder Trauer nicht ausleben kann, hat ein bis zu 7-fach höheres Risiko für Rückenschmerzen, vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule (Kreuzschmerzen). Während Schmerzen für den Körper Stress bedeuten, löst umgekehrt Stress bei Menschen mit Rückenschmerzen wiederum (Dauer-) Schmerzen aus. Die Therapie (z.B. eine Bandscheibenoperation) erzielt in diesen Fällen oft nur ein unbefriedigendes Ergebnis.


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