Kreuzschmerzen: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2015)

Bei Kreuzschmerzen besteht die Therapie in erster Linie aus sogenannten konservativen Behandlungsmethoden, also physiotherapeutischen Maßnahmen sowie medikamentöser Schmerzbehandlung. Bei Schmerzen im Iliosakralgelenk als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen ist es wichtig, gleichzeitig die jeweilige Grunderkrankung zu behandeln.

Erst wenn die konservativen Therapien nicht helfen oder ein akuter Notfall vorliegt (etwa, wenn vorgetretenes Bandscheibengewebe einen Nerv abdrückt), kann es erforderlich sein, die Ursache der Kreuzschmerzen chirurgisch zu beheben.

Medikamentöse Therapie

Bei Kreuzschmerzen setzt der Arzt meist eine medikamentöse Therapie ein. Sind die Kreuzschmerzen infektiös bedingt, kann eine Antibiotikatherapie (etwa mit Tetrazyklinen bei Chlamydieninfektion) verhindern, dass sich chronische Kreuzschmerzen wie beim Morbus Reiter ausbilden.

Rheumatische Erkrankungen als mögliche Ursache von Kreuzschmerzen erfordern eine Therapie mit sogenannten Steroiden (z.B. Kortisonpräparate in Tablettenform oder als Injektionen in die betroffenen Gelenke) und nicht-steroidalen Antirheumatika , welche gegen die Entzündungen wirken.

Bei degenerativ bedingten Kreuzschmerzen ist neben Physiotherapie und Schmerzmitteln die Einnahme von

sinnvoll. Die medikamentöse Therapie ähnelt damit der Osteoporosebehandlung.

Bestehen starke Schmerzen, kann eine lokale Injektion von sogenannten Lokalanästhetika die Beschwerden lindern und die Beweglichkeit wiederherstellen.

Sind Tumoren die Ursache für die Kreuzschmerzen, behandelt man diese so gezielt wie möglich. Medikamente lindern die Schmerzen. Kreuzschmerzen, die durch Tochtergeschwulste (Metastasen) im Knochen bedingt sind, lassen sich durch Bisphosphonate lindern. Die Wirkstoffe dämmen den weiteren Knochenabbau ein und stärken den Knochen durch Calciumeinbau. Unterstützen kann man diese Wirkung durch Gabe von Calcium und Vitamin D, ähnlich der Behandlung der Osteoporose.

Physiotherapie

Die Physiotherapie spielt bei der Therapie von Kreuzschmerzen eine wichtige Rolle. Es gibt vielfältige physiotherapeutische Möglichkeiten, welche der Therapeut bei Rücken- beziehungsweise Kreuzschmerzen einsetzen kann:

Ziel der Physiotherapie ist es, die Schmerzen zu beseitigen und die Gelenkfunktion wiederherzustellen. Wichtig ist die Muskelkräftigung – Schon- und Fehlhaltungen sollten vermieden werden, da sie die Kreuzschmerzen meist verstärken.

Alternative Maßnahmen

Alternative Maßnahmen können bei Kreuzschmerzen eine Behandlung ergänzen.

Alternativmedizinische Verfahren ersetzen jedoch nicht die gründliche Untersuchung mit Ausschluss anderer Grunderkrankungen, welche Kreuzschmerzen auslösen. Sie sollten auch nicht als Ersatz für dringlich empfohlene schulmedizinische Therapieverfahren gewählt werden.

Alternativ zur Schulmedizin lassen sich mittels Entspannungsübungen, wie sie etwa beim Yoga oder der progressiven Muskelentspannung praktiziert werden, die Muskeln lockern und damit auch Schmerzen lindern. Auch durch Akupunktur ist eine gute symptomatische Schmerzbehandlung möglich.

Bei leichten Kreuzschmerzen oder Schmerzen aufgrund von Verspannungen hilft häufig schon Wärme. Hierfür empfehlen sich:

  • Bäder mit Kräuterzusätzen: Diese sollten nicht länger als 15 Minuten dauern, eventuell mit anschließender Ruhezeit. Die Wassertemperatur sollte ungefähr der Körpertemperatur entsprechen, keinesfalls wärmer. Bei bereits angewärmter Muskulatur sind in der Badewanne leichte Dehn- und Streckübungen zu empfehlen. Auch regelmäßiges Schwimmen im Warmwasserbecken kann Kreuzschmerzen lindern.
  • Sauna: Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schilddrüsenüberfunktion oder akuten Infektionen sollten jedoch auf Saunagänge verzichten beziehungsweise sie mit ihrem Hausarzt abklären.
  • Warme Güsse: Für etwa zehn bis 15 Minuten mit einem harten Wasserstrahl auf die Hauptschmerzpunkte zielen.
  • Wärmepackungen (Fango, Paraffin und Moorschlamm).
  • Feuchtwarme Kompressen, Heizkissen und Wärmestrahler sind beliebte Hausmittel.
  • Wärmeumschläge: In der Apotheke erhältliche Wärmeumschläge erhitzen sich durch chemische Prozesse selbstständig auf 40 Grad Celsius und halten diese Temperatur über mehrere Stunden. Die Wärme lindert die Schmerzen und kann die Therapie auf natürliche Art unterstützen, sodass in vielen Fällen die Einnahme von Schmerzmitteln reduziert werden kann.
  • Wärmepflaster: Wärmepflaster enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Capsaicin, welcher die Haut reizt, die Durchblutung anregt und hierüber die Therapie fördert. Hier sollte darauf geachtet werden, die Pflaster nicht mit Schleimhäuten in Verbindung zu bringen, da dies schwere Reizungen zur Folge haben kann.

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