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Stand: 24. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einem Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) besteht die Therapie meist in einer Operation, wenn Sie körperlich aktiv sind und Ihr vorderes Kreuzband gerissen ist. Ist Ihr hinteres Kreuzband gerissen, erfolgt eine Operation meist erst dann, wenn die konservative Behandlung versagt hat und Ihr Knie fortdauernd instabil bleibt.
Wenn Ihr Kreuzbandriss eine operative Therapie notwendig macht, kann die Operation sofort (innerhalb der ersten Stunden nach dem Unfall) oder später (nach Abklingen der Entzündungsphase, wenn Sie das Knie wieder ganz strecken und einigermaßen beugen können) erfolgen. In den meisten Fällen findet die Operation zwei bis vier Wochen nach dem Kreuzbandriss statt. Nachteile einer operativen Behandlung der Kreuzbandruptur sind die lange Dauer der Reha und der Arbeitsunfähigkeit (etwa 16 Wochen) nach dem Kreuzbandriss.
Da es nicht den nötigen Erfolg verspricht, den Kreuzbandriss zu nähen, besteht die Therapie in der Regel darin, das gerissene Kreuzband im Knie durch ein Transplantat zu ersetzen. Zur Operation sind nur kleine Schnitte nötig: Der Operateur bringt das Sehnentransplantat mithilfe einer Kniegelenkspiegelung (Arthroskopie) im Verlauf des Kreuzbands über Bohrkanäle im Oberschenkelknochen und Schienbein an und befestigt es dort (z.B. mit Schrauben).
Als Sehnentransplantat eignet sich besonders ein Teil der Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein (Patellasehne) für die operative Therapie nach einem Kreuzbandriss. Daneben kommen auch häufig die Semitendinosussehne (vom Oberschenkel) oder selten von Leichen entnommene Sehnen zum Einsatz. Der Vorteil bei der Semitendinosussehne besteht vor allem darin, dass die Entnahmestelle weniger schmerzhaft verheilt als die der Patellasehne. Kommt ein Transplantat eines Toten zum Einsatz, entfallen diese Schmerzen aufgrund der fehlenden Entnahme ganz, allerdings kann es hier zu Abstoßungsreaktionen kommen.
Bei einem vorderen Kreuzbandriss erzielt die operative Therapie in der Regel erfreuliche Ergebnisse: Die Chancen, dass Sie anschließend wieder uneingeschränkt Sport treiben können, stehen gut. Bei der hinteren Kreuzbandruptur sind die Erfolgsaussichten der Kreuzbandrekonstuktion zwar geringer, dennoch ist das Knie nach der Operation meist wieder ausreichende stabil.
Bei einem Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) ist im Anschluss an die operative Therapie eine Nachbehandlung erforderlich, um den Behandlungserfolg zu gewährleisten: Da Sie nach der Operation das vom Kreuzbandriss betroffene Kniegelenk nicht sofort vollständig belasten dürfen, legt der Arzt Ihnen eine spezielle Schiene an. Diese Knieschiene müssen Sie – je nach Stabilität des Kreuzbandersatzes – sechs bis zwölf Wochen tragen. Begleitend dazu erfolgt eine Krankengymnastik nach operativ behandeltem Kreuzbandriss, bei der Sie vor allem die Oberschenkelmuskulatur trainieren und das Knie schrittweise immer häufiger und mehr belasten.
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