Kretinismus: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Die für Kretinismus typischen Symptome entwickeln sich erst nach der Geburt. Bei Neugeborenes sind noch keine typischen Anzeichen für den ursächlichen Schilddrüsenhormonmangel sichtbar. Es können jedoch Symptome auftreten, die auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, zum Beispiel:

  • Das Baby bewegt sich wenig.
  • Es trinkt wenig und hat Verstopfung.
  • Die Haut ist gelb verfärbt – die sog. Neugeborenen-Gelbsucht (Ikterus neonatorum) dauert länger als gewöhnlich (Ikterus prolongatus).
  • Die Muskulatur des Babys wirkt schlaff (hypotone Muskulatur)
  • Das Baby hat einen auffallend langsamen Herzschlag (Bradykardie)

Bleibt der Schilddrüsenhormonmangel unbehandelt, entwickeln sich in den ersten Lebenswochen nach und nach die Symptome des Kretinismus: Die Knochen und Zähne entwickeln sich nicht altersgerecht – sie reifen langsamer. Dies führt dazu, dass die Kinder klein und ihre Finger kurz bleiben.

Ein weiteres Symptom des Kretinismus ist das (für Schilddrüsenerkrankungen typische) Myxödem. Das Myxödem führt dazu, dass die Haut teigig geschwollen ist, sodass die betroffenen Säuglinge aufgeschwemmt aussehen. Dies zeigt sich vor allem an den geschwollenen Augenlidern und Händen.

Kretinismus ist außerdem mit einer Bindegewebsschwäche verbunden: Symptome hierfür sind ein großer Bauch und häufig auch ein Nabelbruch (Nabelhernie). Die Haut der Säuglinge ist marmoriert, manchmal auch sehr trocken.

Die Zunge kann sich stark vergrößern – Ärzte sprechen von einer Makroglossie. Die Muskeln sind meist nicht dem Alter entsprechend ausgereift, was sich durch abgeschwächte Muskelreflexe bemerkbar macht. Des Weiteren klingt das Schreien der Säuglinge heiser.

Bleibt der ursächliche Schilddrüsenhormonmangel unbehandelt, ist die geistige Entwicklung eingeschränkt. Betroffene Kinder weisen eine geringe Intelligenz auf.


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