Kretinismus: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Kretinismus ist heutzutage eine seltene Diagnose. Der Grund: Die Funktionsstörung der Schilddrüse, die unbehandelt zu Kretinismus führen kann, ist leicht festzustellen. Hierzu reicht eine einfache Blutuntersuchung, bei der man die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut misst.

In Deutschland findet am dritten Lebenstag routinemäßig das Neugeborenen-Screening statt, bei dem man unter anderem die Konzentration von TSH (Thyreoidea-Stimulating-Hormon) im Blut bestimmt. Damit lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bereits frühzeitig nachweisen und ein Kretinismus vermeiden.

Bei einem auffälligen TSH-Spiegel entnimmt der Arzt dem Säugling erneut Blut, um die Blutwerte der Schilddrüsenhormone T3, T4 und TSH zu prüfen. Erniedrigte T3- und T4-Serumwerte oder ein erhöhter TSH-Serumwert deuten auf eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion (kongenitale Hypothyreose) hin.

Weisen auffällige Hormonwerte auf einen Schilddrüsenhormonmangel hin, der zu einem Kretinismus führen kann, überprüft der Arzt auch, ob sich die Schilddrüse an der richtigen Stelle befindet beziehungsweise ob sie überhaupt vorhanden ist. Dies kann durch Tasten oder mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) geschehen. Außerdem entnimmt der Arzt auch der Mutter Blut, um in einer nachfolgenden Blutuntersuchung nach möglichen Ursachen für den Schilddrüsenhormonmangel zu suchen.


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