Kretinismus: Die Schilddrüse

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) ist ein wichtiges und komplexes Organ des menschlichen Körpers und spielt bei der Entstehung von Kretinismus eine zentrale Rolle. Die von der Schilddrüse gebildeten Hormone namens ...

... haben vielfältige Wirkungen, die teilweise mit den Aufgaben anderer Hormone eng verflochten sind – sie:

  • beeinflussen den Stoffwechsel,
  • fördern Wachstum und Reifung des Körpers und
  • helfen dabei, verschiedene andere Hormone zu regulieren, zum Beispiel das Adrenalin.

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen, wie er (z.B. durch schweren Jodmangel) bei der Unterfunktion der Schilddrüse (sog. Hypothyreose) herrscht, wirkt sich nachteilig auf Wachstum und Entwicklung aus: Vor allem in frühen körperlichen Entwicklungsphasen, also während der Schwangerschaft bei Ungeborenen sowie bei kleinen Kindern, kann ein Mangel an Schilddrüsenhormonen zu einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung führen – bis hin zum Kretinismus als volle Ausprägung einer schon bei der Geburt bestehenden Schilddrüsenunterfunktion des Kindes.

Häufigkeit

Der Kretinismus als unbehandeltes Vollbild einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt heutzutage in Regionen mit Zugang zu medizinischer Versorgung sehr selten vor. Zwar haben etwa 3 von 10.000 lebendgeborenen Säuglingen eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion (wobei die Häufigkeit bei Mädchen etwa doppelt so groß ist wie Jungen). Aber in der Regel gelingt es (z.B. beim Neugeborenen-Screening), die Unterfunktion frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dadurch kann sich der Kretinismus nicht entwickeln.


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