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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 27. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Im Rahmen einer Krebserkrankung können körperliche Beschwerden auftreten, die die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken – Tumorschmerzen zählen zu diesen Symptomen. Tumorschmerzen lassen sich heutzutage aber durch geeignete Medikamente gut kontrollieren oder ganz beseitigen.
Circa 60 Prozent aller Krebspatienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung Tumorschmerzen. Eine geeignete Schmerztherapie ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Krebstherapie. Dabei ist wichtig abzuklären, ob die Tumorerkrankung oder die Therapie die Schmerzen verursacht oder ob andere, therapierbare Krankheiten die Ursache sind. Außerdem spielt die Art der Beschwerden eine Rolle, da akute Schmerzen anders behandelt werden als chronische Schmerzen.
Wie fast alle Medikamente haben auch Schmerzmittel Nebenwirkungen. Das hat in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass besonders die starken Schmerzmedikamente (Analgetika) zögerlich eingesetzt wurden. Heute ist man sich einig, dass es gerade bei Krebspatienten die Lebensqualität deutlich erhöht, wenn Tumorschmerzen wirksam bekämpft werden und im besten Fall sogar völlige Schmerzfreiheit erreicht wird. Außerdem stehen auch Medikamente zur Verfügung, welche manche typischen Analgetika-Nebenwirkungen wie Verstopfung abmildern können.
Tumorschmerzen lassen sich auf unterschiedliche Art bekämpfen. Die medikamentöse Schmerztherapie baut auf dem sogenannten Stufenplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf. Die Ärzte setzen dabei abhängig von der Stärke der Schmerzen nicht-opioide Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen), leichte Opioide oder starke Opioide ein. Die Therapie wird durch Entspannungsmaßnahmen wie Autogenes Training ergänzt.
Um abzuwägen, ob die nächste Stufe der Schmerztherapie genommen werden muss, ist eine regelmäßige Kontrolle der Schmerzstärke nötig. Dabei ist eine sogenannte Schmerzskala hilfreich. Der Patient kann dann zum Beispiel auf einer Skala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste Schmerzen) angeben, wie stark seine Tumorschmerzen sind. Je nachdem, welchen Wert er nennt, kann der Arzt abschätzen, ob er die Dosis der Schmerzmittel erhöhen sollte oder auf ein anderes, stärker wirksames Mittel ausweichen sollte. Der Patient kann die jeweiligen Schmerzskala-Werte auch notieren und zum Beispiel in einem Schmerztagebuch festhalten. So können Arzt und Patient gemeinsam verfolgen, ob die Therapie anschlägt und die Tumorschmerzen dauerhaft bekämpft beziehungsweise auf einem erträglichen Niveau hält.
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