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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 10. Mai 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Eine spezielle Ernährung bei Krebs ist in den meisten Fällen nicht nötig. Generell gilt: Was vorbeugt, kann auch den Allgemeinzustand während einer Erkrankung verbessern und weiteren Erkrankungen vorbeugen, auch wenn die Ernährung keinen direkten Einfluss auf den Tumor hat. Daher ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren. Wer sich bisher eher ballaststoffarm und fettreich ernährt hat, kann nicht nur im Rahmen einer Erkrankung von einer Ernährungsumstellung profitieren.
Bei einigen Formen von Krebs (z.B. Magenkrebs oder Darmkrebs) kann jedoch – oft nur vorübergehend – eine individuell abgestimmte Diät nötig sein. Kommt es aufgrund der Krebserkrankung zu dauerhaften Einschränkungen, ist eine Ernährungsberatung sinnvoll. Hierfür stehen im Krankenhaus Informationen zu Kliniksozialhilfen oder Selbsthilfegruppen zur Verfügung.
Eine spezielle Ernährung ist bei Brustkrebs nicht nötig. Hier gilt die allgemeine Regel, sich ausgewogen zu ernähren. Wird im Rahmen einer Brustkrebs-Erkrankung eine Hormontherapie durchgeführt, kann es in der Folge zu Übergewicht kommen. Hier sollte mit ärztlicher Hilfe die Belastung einer gewichtsreduzierenden Diät eingeschätzt werden.
Von hormonähnlichen Stoffen aus Pflanzen, den sogenannten Phytoöstrogenen, als Nahrungsergänzung bei Brustkrebs wird abgeraten.
Generell ist eine spezielle Ernährung bei Lungenkrebs nicht nötig. Lungenkrebs kann jedoch mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einhergehen. Um den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und mögliche Nebenwirkungen einer Therapie gering zu halten, kann in solchen Fällen eine Ernährungsunterstützung durch Ärzte und Ernährungsexperten nötig sein. Unabhängig davon gelten die gleichen Regeln einer ausgewogenen Ernährung wie für Gesunde.
Eine spezielle Ernährung bei Prostatakrebs ist in der Regel nicht nötig, da der Tumor keine Auswirkung auf den Stoffwechsel oder das Gewicht hat. Als Nebenwirkung einer Strahlentherapie kann es jedoch vorübergehend zu Einschränkungen durch Übelkeit und Erbrechen kommen.
Durch verschiedene Therapien (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) kann es bei Darmkrebs zu starkem Gewichtsverlust kommen, da die Behandlung einen großen Teil des Verdauungstrakts direkt beeinflusst. Daher ist zumindest vorübergehend häufig eine spezielle Ernährung bei Darmkrebs nötig. Nach einer erfolgreichen Operation normalisiert sich das Gewicht mit der Zeit jedoch in der Regel wieder.
Auch ein künstlicher Darmausgang oder ein verkürzter Darm bedeuten nicht zwingend, dass eine spezielle Ernährung erforderlich ist. Häufig ist jedoch eine Ernährungsberatung sinnvoll, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten und den Verdauungstrakt nicht unnötig zu belasten.
Eine spezielle Ernährung beziehungsweise Ernährungsunterstützung durch Ärzte und andere Fachleute ist bei Magenkrebs meistens nötig. Generell gilt bei Magenkrebs, dass die Nahrung langsam aufgenommen werden sollte. Vorteilhaft sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt. Wichtig ist auch, dass die Nahrung nicht durch Getränke zusätzlich verdünnt wird. Da jedoch auch ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden muss, sollte besonders zwischen den Mahlzeiten viel getrunken werden. Ruhe nach dem Essen kann die Verdauung unterstützen.
In schweren Fällen von Magenkrebs kann es nötig sein, eine sogenannte perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) zu verlegen. Dabei handelt es sich um eine Sonde, die über die Bauchwand in den Magen führt und über die Spezialnahrung direkt zugeführt werden kann.
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