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Krebsforschung

Forschungsschwerpunkte

Stand: 30. März 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Die Krebsforschung konzentriert sich stets gleichzeitig auf mehrere Gebiete. Da Krebserkrankungen völlig unterschiedliche Ursachen haben können, arbeiten die Wissenschaftler an einer Vielzahl möglicher Ansätze. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) gliedert ihre Krebsforschung beispielsweise in zwei Hauptabteilungen: eine für experimentelle Krebsforschung (sog. Grundlagenforschung) und eine für klinische Krebsforschung. Die Methoden, die zum Einsatz kommen, reichen von naturwissenschaftlichen Laborverfahren der Biologie, Mikrobiologie und Genetik über statistische Verfahren bis hin zu klinischen Studien und Anwendungsstudien.

Zentrifuge

Seit Beginn der 1990er-Jahre hat sich die Krebsforschung grundlegend gewandelt. Mittlerweile steht im Vordergrund, wie ein Tumor sich biologisch verhält und wie er sich mit den gesunden Zellen austauscht. In den Jahrzehnten zuvor setzten Mediziner hauptsächlich chemisch hergestellte Substanzen als Medikamente ein (sog. klassische Zytostatika). Sie verhindern generell, dass sich Zellen weiter teilen. Dabei wirken sie recht breit auf alle Körperzellen und nicht nur gezielt auf kranke Zellen. Forschern gelingt es mehr und mehr, zu verstehen, wie Krebs sich entwickelt und wie sich die bösartigen Zellen verhalten. Das neue Wissen ist die Grundlage für Behandlungen, die sehr gezielt die Krebszellen angreifen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Frage: Welche genetischen und molekularen Eigenschaften befähigen den Tumor dazu, überhaupt zu entstehen, sich auszubreiten und Tochtergeschwülste zu bilden?

Ein wichtiger Schwerpunkt der modernen Krebsforschung ist die Biotechnologie – an ihr forscht die Pharmaindustrie mit Hochdruck. Ziel der Biotechnologie ist, die molekularen Ursachen von Krankheiten zu verstehen und herauszufinden, ob und wie menschliche Gene die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen. Letztlich erhofft man sich, gezielte, auf die Patienten zugeschnittene Therapien entwickeln zu können. Ein Beispiel für ein biotechnologisch hergestelltes Medikament sind Antikörper, die gezielt in die Biologie des Tumors eingreifen. Solche sogenannten Biologica (englisch: Biologicals) setzen Ärzte heute bereits in der Therapie ein, zum Beispiel bei Brustkrebs. Sie wirken auf verschiedene Weise: Manche verhindern, dass sich neue Blutgefäße bilden, die den Tumor versorgen, andere richten sich direkt gegen die Tumorzellen. Bei einer Therapie mit Antikörpern handelt es sich um eine Form der Immuntherapie, die Ärzte als passive Immunisierung bezeichnen.

Fläschchen mit blauer Flüssgkeit

Experten gehen davon aus, dass in naher Zukunft eine Impfung gegen bestimmte Krebsarten eine wichtige Rolle in der Behandlung bösartiger Krankheiten spielen wird. Diese sogenannte aktive Immuntherapie gegen Krebs ist daher ein bedeutsames Gebiet der Krebsforschung. Vorteile, die sich die Wissenschaftler von dieser zielgerichteten Therapie erhoffen, sind eine gute Verträglichkeit und dass sie nachhaltig wirken. Eine nachhaltige Wirkung führt dazu, dass das körpereigene Abwehrsystem über lange Zeit gegen kranke Zellen vorgeht und den Krebs so in Schach hält. Angeregt durch die aktive Immuntherapie bildet das Immunsystem eine Art Gedächtnis für die bösartigen Zellen.

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