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Krebsforschung

Deutsche Krebsgesellschaft

Stand: 30. März 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Einen guten Überblick über den derzeitigen Stand der Krebsforschung geben die Forschungsschwerpunkte der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG):

  • Wechselspiel zwischen Tumor und Gewebe
  • Tumor-Stammzellen
  • Zielgerichtete Therapien
  • Pharmakogenomik
  • Medizinische Systembiologie
  • Kontrolle des Zellwachstums und der Zellentwicklung

Wechselspiel zwischen Tumor und Gewebe

Krebsforscher gehen mittlerweile davon aus, dass Körperzellen mit dem Tumor in Kontakt treten und eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Ausbreitung des Tumors spielen: Entweder hemmen sie die bösartigen Zellen oder sie unterstützen das Wachstum. Dieses Wechselspiel zwischen Tumor und Gewebe bezeichnen Wissenschaftler als Tumor-Stroma-Interaktion. Der Ansatz unterscheidet sich insofern von bisherigen Ansichten, dass nicht allein die Krebszelle ihr Wachstum und ihre Ausbreitung bestimmt, sondern der Einfluss der anderen Körperzellen durchaus für die Weiterentwicklung des Krebses bedeutsam ist.

Tumor-Stammzellen

Ein wichtiger Bereich der Krebsforschung konzentriert sich auf die Frage, wie die Vorläuferzellen eines Tumors (Tumor-Stammzellen) aussehen und welche Mechanismen dazu führen, dass aus einer ehemals "gesunden" Zelle eine bösartige, entartete Zelle entsteht.

Zielgerichtete Therapien

Die zielgerichtete Krebstherapie (englisch: targeted therapy) greift jeweils eine für den Tumor charakteristische Struktur an. Sie wirkt folglich sehr speziell und schadet nicht automatisch allen Zellen, wie etwa die herkömmliche Chemotherapie. Hinzu kommt, dass sich überprüfen lässt, wie gut eine Therapie wirkt: Die Konzentration bestimmter Moleküle ändert sich bei erfolgreicher Behandlung; dies können Ärzte mit Labortests ermitteln. Wichtige Beispiele für Medikamente, die eine zielgerichtete Krebstherapie ermöglichen, sind die sogenannten monoklonalen Antikörper (spezielle Eiweiße). Sie wurden an den menschlichen Organismus angepasst und heißen daher auch humanisierte monoklonale Antikörper.

Pharmakogenomik

Die sogenannte Pharmakogenomik betrachtet die Krebstherapie vor dem Hintergrund, dass jeder Mensch unterschiedlich auf eine bestimmte Behandlung anspricht. Dieses Feld der Krebsforschung geht der Frage nach, inwiefern die Gene, also die Erbanlagen, die Wirkung und Nebenwirkung eines Medikaments beeinflussen. Der Begriff Genom steht für die Gesamtheit der Erbanlagen eines Organismus. Es gibt Erkenntnisse, dass die Erbanlagen mitbestimmend dafür sind, wie jemand individuell auf eine Therapie anspricht. Nachdem man mittels Gen-Analyse herausgefunden hat, welche genetischen Merkmale ein Patient hat, lässt sich eine auf diese Person optimal zugeschnittene Behandlung auswählen.

Medizinische Systembiologie

Dieser Ansatz stellt das Zusammenspiel aller Prozesse, die sich in den Zellen, Organen und Geweben eines Organismus abspielen, in den Mittelpunkt. Forscher hoffen, daraus wichtige Schlussfolgerungen über die Tumorbiologie ableiten zu können.

Kontrolle des Zellwachstums und der Zellentwicklung

Die Grundlagenforschung hat unter anderem zum Ziel, zu verstehen, warum eine Krebszelle außer Kontrolle gerät und fortan nicht mehr auf Signale anspricht, die bei gesunden Zellen wirken. Wichtige Fragen sind: Welche Schritte führen dazu, dass eine Krebszelle in Eigenregie über ihr Wachstum und ihre weitere Entwicklung entscheidet? Wann und wie koppelt sich die Zelle ab?

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