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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 22. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Oligodendrogliom ist ein Hirntumor und gehört, wie auch das Astrozytom und das Glioblastom, zur Gruppe der Gliome. Gliome entstehen aus Zellen, die im Gehirn das Stützgerüst – auch Glia genannt – bilden. Ein Oligodendrogliom kann als langsam wachsender Tumor mit guter Prognose oder als schnell wachsende, bösartige Geschwulst vorkommen.
Oligodendrogliome treten am ehesten im mittleren Lebensalter zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr auf und betreffen Frauen und Männer gleich häufig. Wie andere Gliome können sie überall im Großhirn vorkommen, befallen allerdings oftmals die Großhirnhälften im Stirnbereich.
Bislang sind die genauen Ursachen für ein Oligodendrogliom noch nicht entschlüsselt. Als Erstsymptome treten häufig Krampfanfälle (epileptische Anfälle) auf. Je nach Lage und Größe des Tumors kommt es zu weiteren unterschiedlichen Beschwerden. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen. Auch Gangunsicherheit oder Gedächtnisstörungen können als Symptome bei einem Oligodendrogliom auftreten.
Bei der Oligodendrogliom-Diagnose sind, wie bei allen anderen Hirntumoren, neben der ärztlichen Befragung auch spezielle Untersuchungen wichtig. Hat der Betroffene einen oder mehrere epileptische Anfälle erlitten, ist es zum Beispiel sinnvoll, die Hirnströme mittels einer Elektroenzephalographie – kurz EEG – zu messen. Besonders wichtig sind bei der Diagnose von Oligodendrogliomen die sogenannten bildgebenden Verfahren, hier vor allem die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes.
Die optimale Therapie – eine komplette Tumorentfernung – kann dazu führen, dass der Betroffene über mehrere Jahre beschwerdefrei ist. Etwa bei jedem zweiten treten keine neuen Oligodendrogliome (sog. Rezidiv) mehr auf. Allerdings lässt sich ein Oligodendrogliom nicht immer vollständig operativ entfernen. Strahlentherapie oder Chemotherapie sind dann notwendig.
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