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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 10. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Kraniopharyngeom ist ein gutartiger und langsam wachsender Hirntumor, der überwiegend bei Kindern und Jugendlichen auftritt.
Das Kraniopharyngeom entsteht als Fehlbildung im Bereich der Hirnanhangdrüse (Hypophyse): Hier bildet sich vor der Geburt beim Embryo ein Gang (= Ductus craniopharyngeus), der im weiteren Verlauf der Embryonalentwicklung wieder verschwindet; es können jedoch Zellüberreste bleiben und zu wuchern beginnen – die Folge ist eine von einer festen Kapsel umhüllte und mit Flüssigkeit gefüllte Geschwulst, in deren festen Teilen Kalkeinlagerungen zu finden sind. Die Ursache für die Entstehung von Kraniopharyngeomen ist weitgehend unbekannt.
Das Kraniopharyngeom bedrängt mit zunehmender Größe die benachbarten Strukturen: Es kann auf die Sehnerven, die Hirnanhangdrüse und den Hypothalamus drücken. Darum kann der Hirntumor, obwohl gutartig, schwerwiegende Symptome verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Die wichtigsten Anzeichen für das Kraniopharyngeom sind:
Darüber hinaus können bei einem Kraniopharyngeom als weitere Symptome unter anderem morgendliches Erbrechen, eine gestörte Bildung sekundärer Geschlechtsmerkmale (z.B. Behaarung), eine Schilddrüsenunterfunktion, Fresssucht und Fettleibigkeit (Adipositas) auftreten. Da all diese Beschwerden wenig kennzeichnend sind, kann einige Zeit vergehen, bis es gelingt, das Kraniopharyngeom zu diagnostizieren. Um die Diagnose zu sichern, sind bildgebende Verfahren (Magnetresonanztomographie u. Computertomographie) geeignet.
Die optimale Therapie bei einem Kraniopharyngeom besteht darin, den Hirntumor in einer Operation vollständig zu entfernen, ohne die Funktionen der benachbarten Strukturen zu beeinträchtigen. Da es selten möglich ist, den Hirntumor ganz rauszuoperieren, kann anschließend eine Strahlentherapie erfolgen, um die Heilungschancen zu erhöhen. Ob und welche Medikamente zur Behandlung nötig sind, hängt von den vorliegenden Beschwerden ab. Oft (z.B. bei Schilddrüsenunterfunktion o. Wachstumshormonmangel) erfolgt eine Hormonersatztherapie.
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