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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 21. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Ein Astrozytom ist ein Hirntumor, der aus bestimmten Zellen des Stützgewebes des Gehirns entsteht, den sogenannten Astrozyten. Der Fachbegriff für dieses Stützgewebe lautet "Glia". Tumoren des Stützgewebes in Gehirn oder Rückenmark heißen darum auch "Gliome". Astrozytome zählen demnach zu den Gliomen.
Je nach Beschaffenheit der Tumorzellen unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vier Grade von Gliomen. Je höher der WHO-Grad ist, desto weniger ähneln die Tumorzellen gesunden Gliazellen, das heißt desto bösartiger ist der Tumor. Aus dieser Gradeinteilung ergeben sich die geeigneten Behandlungsmöglichkeiten und auch die Prognose. Der Tumor mit dem höchsten Grad, das Glioblastom, ist das bösartigste Gliom und hat eine ungünstige Prognose. Ein pilozytisches Astrozytom (WHO-Grad I) hingegen lässt sich durch eine operative Entfernung vollständig heilen– und Patienten mit niedriggradigen Astrozytomen überleben die Erkrankung häufig über Jahre.
An einem Astrozytom erkranken vor allem Männer im mittleren und höheren Lebensalter.Das gilt auch für das Glioblastom. Krampfanfälle (epileptische Anfälle) und Anzeichen erhöhten Hirndrucks (u.a. Übelkeit, Erbrechen) sind häufige Beschwerden. Wenn sich der Tumor ausbreitet und dabei die Nervenbahnen in Gehirn oder Rückenmark abquetscht, kann es außerdem zu neurologischen Ausfallerscheinungen wie zum Beispiel Lähmungen kommen.
Beim Astrozytom und auch beim Glioblastom spielen bei der Diagnose vor allem die sogenannten bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes eine entscheidende Rolle.
Bei einem Astrozytom liegt das Ziel der Therapie darin, den Tumor möglichst komplett zu entfernen oder – wenn dies nicht möglich ist – zumindest die Größe des Tumors zu verringern. Bei der Therapie von Astrozytom oder Glioblastom können dazu eine Operation, Strahlenbehandlung oder Chemotherapie notwendig sein. Das jeweilige Vorgehen richtet sich nach der WHO-Gradeinteilung und zusätzlichen Faktoren wie dem körperlichen Allgemeinbefinden, dem Alter der betroffenen Person und bestehenden Symptomen.
Allgemeine Maßnahmen, die einem Astrozytom oder einem Glioblastom vorbeugen, sind derzeit nicht bekannt.
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