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Forenexperte: Dr. Meinhard Leuth
Forum Gebärmutterhalskrebs
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Stand: 4. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Unter Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) versteht man bösartig verändertes Gewebe im Bereich des Gebärmutterhalses (Zervix). Durch seine anatomische Lage ist Gebärmutterhalskrebs in frauenärztlichen Untersuchungen frühzeitig erkennbar. Regelmäßige Früherkennungs-Untersuchungen ermöglichen daher, dass Frauenärzte 80 bis 90 Prozent der auffälligen Gewebeveränderungen bereits im Frühstadium erkennen und wirksam behandeln können.
Gebärmutterhalskrebs ist in vielen Fällen die Folge einer zurückliegenden und chronisch andauernden Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV). Die Viren übertragen sich hauptsächlich über direkten Haut- und Schleimhautkontakt, insbesondere durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. HPV-Infektionen sind durchaus häufig – zwischen 50 und 80 Prozent der Bevölkerung haben im Laufe ihres Lebens bereits eine Infektion durchgemacht und höchstwahrscheinlich noch nicht einmal etwas davon bemerkt, da die Beschwerden oft unauffällig sind. Nur bei circa 10 Prozent der Betroffenen verbleibt das Virus auch dauerhaft im Körper; dauern solche chronischen HPV-Infektionen 12 bis 24 Monate an, ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs besonders hoch.
Frühe Stadien eines Zervixkarzinoms lassen sich mittels Laserchirurgie oder einer sogenannten Konisation (einem operativen Eingriff am Gebärmutterhals) mit sehr guten Heilungsaussichten behandeln. Bei diesen Methoden bleibt die Gebärmutter erhalten und auch Schwangerschaften sind meist problemlos möglich. Bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs ist eine größere Operation oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie notwendig.
Gebärmutterhalskrebs war Anfang der 1970er Jahre noch die häufigste Krebserkrankung der Frau. Seit dem Start der gesetzlichen gynäkologischen Früherkennungs-Untersuchungen 1971 ist das Zervixkarzinom mittlerweile auf Platz zwölf zurückgefallen.
Seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts eine HPV-Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Impfung schützt vor zwei sogenannten Hochrisiko-HP-Viren, die für etwa 70 Prozent aller Fälle von Zervixkarzinom verantwortlich sind: HPV 16 und 18. Den größten Nutzen hat die Impfung bei Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Aber auch junge, bereits sexuell aktive Frauen können von der Impfung profitieren.
Bedeutsam ist, dass die HPV-Impfung zwar vor einer Infektion mit den krebsauslösenden Viren der Typen 16 und 18 schützen kann. Es gibt allerdings weitere HP-Viren, die ebenfalls, aber deutlich seltener Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Daher sollten auch gegen HPV geimpfte Frauen weiterhin die jährliche Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt in Anspruch nehmen.
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