Kraniopharyngeom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ein Kraniopharyngeom ist ein langsam wachsender, gutartiger Hirntumor, der oft bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

Das Kraniopharyngeom entsteht als Fehlbildung im Bereich der Hirnanhangdrüse (Hypophyse): Hier bildet sich vor der Geburt beim Embryo ein Gang (= Ductus craniopharyngeus), der im weiteren Verlauf der Embryonalentwicklung wieder verschwindet. Es können jedoch Zellüberreste bleiben und zu wuchern beginnen – die Folge ist ein Kraniopharyngeom: ein von einer festen Kapsel umhüllter und mit Flüssigkeit gefüllter Gehirntumor, in dessen festen Teilen Kalkeinlagerungen zu finden sind. Die Ursache für die Entstehung von Kraniopharyngeomen ist weitgehend unbekannt.

Mit zunehmender Größe bedrängt das Kraniopharyngeom die benachbarten Strukturen: Es kann auf die Sehnerven, die Hirnanhangdrüse und den Hypothalamus drücken. Dadurch kann der Hirntumor schwerwiegende Symptome verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken – trotz seiner Gutartigkeit.

Die wichtigsten Anzeichen für das Kraniopharyngeom sind:

Darüber hinaus können bei einem Kraniopharyngeom als weitere Symptome unter anderem morgendliches Erbrechen, eine gestörte Bildung sekundärer Geschlechtsmerkmale (z.B. Behaarung), eine Schilddrüsenunterfunktion, Fresssucht und Fettleibigkeit (Adipositas) auftreten. Da all diese Beschwerden wenig kennzeichnend sind, kann einige Zeit vergehen, bis es gelingt, den Gehirntumor zu diagnostizieren.

Zur Diagnose sind beim Kraniopharyngeom bildgebende Verfahren (Magnetresonanztomographie und Computertomographie) nötig; wichtig sind beispielsweise auch eine Labordiagnostik (v.a. um die Hormonspiegel zu bestimmen) und eine gründliche Augenuntersuchung.

Die optimale Therapie besteht bei einem Kraniopharyngeom darin, den Hirntumor in einer Operation vollständig zu entfernen, ohne die Funktionen der benachbarten Strukturen zu beeinträchtigen. Da es selten möglich ist, den Gehirntumor ganz rauszuoperieren, kann anschließend eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen, um die Heilungschancen zu erhöhen. Ob und welche Medikamente zur Behandlung nötig sind, hängt von den vorliegenden Beschwerden ab. Oft (z.B. bei Schilddrüsenunterfunktion oder Wachstumshormonmangel) erfolgt eine Hormonersatztherapie.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst