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Kraniopharyngeom

Kraniopharyngeom: Definition

Stand: 10. Januar 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Kraniopharyngeom (griech. kranion = Schädel, pharynx = Schlund) ist ein gutartiger Hirntumor mit folgenden typischen Merkmalen:

  • Die Geschwulst ist von einer festen Kapsel umhüllt,
  • meist gekammert und
  • mit Flüssigkeit gefüllt, die Cholesterin enthält;
  • in den festen Teilen der Zyste ist Kalk eingelagert.
  • Die Geschwulst wächst langsam und
  • bildet keine Tochtergeschwulste (Metastasen).

Das Kraniopharyngeom wächst im Gehirn oberhalb vom sogenannten "Türkensattel" (Sella turcica), einer Vertiefung der Schädelhöhlenbasis. An dieser Stelle befindet sich die Hirnanhangdrüse (Hypophyse). In diesem Bereich entsteht vor der Geburt (embryonal) ein Gang, der im Lauf der Hirnreifung wieder verschwindet: der Ductus craniopharyngeus (Rathke-Tasche). Aus den Restzellen dieses Gangsystems können durch krankhafte Wucherungen Kraniopharyngeome entstehen. Entsprechend der Stelle, an dem sich das Gangsystem befindet, wächst ein Kraniopharyngeom typischerweise oberhalb der Sella turcica beziehungsweise der Hypophyse oder in der Nähe des Hypophysenstiels.

Die Hypophyse ist für die Bildung verschiedener Hormone zuständig. Diese beeinflussen unter anderem das Wachstum, die Pubertätsentwicklung, die Gewichts- und Flüssigkeitsregulation des Körpers. Da ein Kraniopharyngeom mit zunehmender Größe die benachbarten Strukturen bedrängt, kann es in all diesen Bereichen Störungen verursachen. In der Nähe der Hypophyse kreuzen sich auch die Sehnerven, weshalb ein Kraniopharyngeom außerdem zu Sehstörungen führen kann.

Häufigkeit

Das Kraniopharyngeom ist ein Hirntumor, der vor allem bei Kindern auftritt – mit größter Häufigkeit zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr: Kraniopharyngeome machen bis zu vier Prozent aller Hirntumoren im Kindesalter aus. Das Kraniopharyngeom kann aber auch Erwachsene betreffen: Hier ist seine Häufigkeit zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr am größten. Da der Tumor nur langsam wächst, löst er oft erst spät Beschwerden aus. Darum erfolgt die Diagnose bei Kraniopharyngeomen oft zufällig.

Weiterlesen: Kraniopharyngeom: Ursachen

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