Kopf-Hals-Tumor: Strahlentherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. Januar 2016)

Bei einem Kopf-Hals-Tumor kann auch eine Bestrahlung zur Therapie sinnvoll sein. Das geeignete Schema der Strahlentherapie, die richtige Bestrahlungsdosis und die Behandlungsdauer hängen von der Art des Tumors ab. Zudem stehen je nach Lage des Tumors verschiedene Bestrahlungstechniken zur Verfügung. Möglich ist die Strahlenbehandlung:

  • zusätzlich zur operativen Therapie,
  • ohne vorausgegangene Operation oder
  • auch in Kombination mit einer Chemotherapie.

Welche Vorgehensweise für Sie die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab: Zu berücksichtigen sind Art, Größe und Lage des Tumors, eventuell vorhandene Tochtergeschwulste (Metastasen), Schädigungen an benachbarten Strukturen und besonders die Frage, ob es gelingen kann, die wichtigsten Organfunktionen zu erhalten. Auch Ihr Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen sind entscheidend für die Wahl der Behandlungsmaßnahmen.

Lautet die Entscheidung, Ihren Kopf-Hals-Tumor zu operieren, kommt danach eine Strahlentherapie infrage, wenn:

  • es dem Operateur nicht gelingt, das gesamte Tumorgewebe zu entfernen,
  • die Sicherheitsränder um den Tumor herum sehr knapp waren oder
  • der Tumor bereits Tochtergeschwulste in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet hat.

Wenn eine Operation bei Ihnen nicht infrage kommt, ist es möglich, den Kopf-Hals-Tumor mit einer Kombination aus (entweder gleichzeitig oder nacheinander eingesetzter) Strahlentherapie und Chemotherapie oder Antikörpertherapie zu behandeln.

Bei bereits fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren hat sich eine komplexe Behandlung aus Bestrahlung, Chemotherapie und zielgerichtetem Einsatz von Antikörpern als besonders wirksam erwiesen.

Chemotherapie

Gegen einen Kopf-Hals-Tumor stehen zur Therapie auch Medikamente (sog. Zytostatika) zur Verfügung. Eine solche Chemotherapie kann bei Kopf-Hals-Tumoren zum Einsatz kommen, wenn:

  • eine Operation nicht zur Behandlung geeignet ist oder
  • die Krebserkrankung schon weit fortgeschritten ist.

Meistens erfolgt die Chemotherapie bei einem Kopf-Hals-Tumor zusammen mit einer Bestrahlung als sogenannte Radiochemotherapie. In seltenen Fällen setzen Ärzte die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie auch vor einer geplanten Operation ein, um die Heilungschancen zu erhöhen. Der alleinige Einsatz von Chemotherapeutika kommt bei Fernmetastasen oder bei erneut aufgetretenen Tumoren (sog. Rezidiven) infrage.

Man unterscheidet bei der Chemotherapie die Monochemotherapie (Gabe einer Substanz) von der Polychemotherapie (Zusammenwirken mehrerer Substanzen). Welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Allgemeinzustand und davon ab, ob Sie neben dem Kopf-Hals-Tumor weitere Erkrankungen haben. Weil die Krebsmedikamente nicht nur bösartig entartetes, sondern auch gesundes Gewebe schädigen, können sie jedes Organ mehr oder weniger in Mitleidenschaft ziehen. Die möglichen Nebenwirkungen der Chemotherapie machen es deshalb erforderlich, Nutzen und Risiken individuell abzuwägen.

Immuntherapie

Bei einem Kopf-Hals-Tumor können auch Antikörper einen Beitrag zur Therapie leisten. Für diese sogenannte Immuntherapie steht der Wirkstoff Cetuximab als Ergänzung zur Strahlen- oder Chemotherapie zur Verfügung. Dieser Antikörper wirkt wie folgt gegen den Krebs:

  • An den Tumorzellen finden sich meist zahlreiche Bindungsstellen für einen bestimmten Wachstumsfaktor.
  • Wenn dieser an den Stellen andockt, regt er das das Zellwachstum an.
  • Cetuximab blockiert diese Bindungsstellen und stört so gezielt das Tumorwachstum.

Damit unterscheidet sich Cetuximab in seiner Wirkungsweise deutlich von den zur Chemotherapie eingesetzten Medikamenten, die als Zellgift wirken und so entartetes und gesundes Gewebe gleichermaßen schädigen. Außerdem hemmt die Immuntherapie nicht nur das Wachstum der Tumorzellen, sondern sorgt auch dafür, dass eine Strahlen- und Chemotherapie besser gegen den Kopf-Hals-Tumor wirkt. So verspricht die zusätzliche Therapie mit Cetuximab größere Erfolge als die alleinige Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren durch Bestrahlung und Chemotherapeutika.


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