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Forenexperte: Prof. Dr. Peter Wust
Forum Krebserkrankungen
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Stand: 24. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Wenn bei einem Kopf-Hals-Tumor eine Operation nicht zur Therapie geeignet ist oder die Krebserkrankung schon weit fortgeschritten ist, kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen – meist als sogenannte Radiochemotherapie zusammen mit einer Bestrahlung. In seltenen Fällen setzen Ärzte die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie auch vor einer geplanten Operation ein, um die Heilungschancen zu erhöhen. Der alleinige Einsatz von Chemotherapeutika kommt bei Fernmetastasen oder bei erneut aufgetretenen Kopf-Hals-Tumoren infrage.
Man unterscheidet bei der Chemotherapie eine Mono- (Gabe einer Substanz) von einer Polychemotherapie (Zusammenwirken mehrerer Substanzen). Welche Therapie für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Allgemeinzustand und begleitenden Erkrankungen ab. Weil die gegen den gegen den Kopf-Hals-Tumor eingesetzten Mittel (sog. Zytostatika) nicht nur bösartig entartetes, sondern auch gesundes Gewebe schädigen, kann jedes Organ mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen sein. Die möglichen Nebenwirkungen der Behandlung machen es deshalb erforderlich, Nutzen und Risiken individuell abzuwägen.
Bei einem Kopf-Hals-Tumor können auch Antikörper einen Beitrag zur Therapie leisten. Für diese sogenannte Immuntherapie von Kopf-Hals-Tumoren steht der Wirkstoff Cetuximab als Ergänzung zur Strahlen- oder Chemotherapie zur Verfügung: Dieser Antikörper wirkt gezielt gegen den Krebs, indem er die an den Tumorzellen meist zahlreichen Bindungsstellen für einen bestimmten Wachstumsfaktor blockiert, der – wenn er an diesen Stellen andockt – das Zellwachstum anregt. Damit unterscheidet sich Cetuximab in seiner Wirkungsweise deutlich von den zur Chemotherapie eingesetzten Medikamenten, die als Zellgift wirken und so entartetes und gesundes Gewebe gleichermaßen schädigen.
Die Immuntherapie hemmt nicht nur das Wachstum der Tumorzellen, sondern sorgt auch dafür, dass die gegen den Kopf-Hals-Tumor eingesetzte Strahlen- und Chemotherapie besser wirkt. So verspricht der zusätzliche Einsatz von Cetuximab größere Erfolge als die alleinige Therapie von Kopf-Hals-Tumoren durch Bestrahlung und Chemotherapeutika.
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