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Kompartmentsyndrom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Januar 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einem Kompartmentsyndrom ist der Druck in einem sogenannten "Kompartiment" (= abgeschlossener Raum, engl.: compartment) so erhöht, dass die in dem Bereich liegenden Muskeln, Blutgefäße und Nerven ohne schnelle Behandlung dauerhaften Schaden nehmen können.

Das auch als Logensyndrom bezeichnete Kompartmentsyndrom betrifft Muskeln, die in wenig dehnbaren und von sehnenartiger Muskelhaut (Faszie) umhüllten Muskelkammern (sog. Muskellogen) liegen.

Besonders häufig tritt das Kompartmentsyndrom am Unterschenkel und Unterarm auf. Die straffe Muskelfaszie verhindert eine schnelle Ausdehnung der darin liegenden Muskulatur. Daher können Verletzungen, bei denen sich Blutergüsse oder entzündliche Flüssigkeit bilden, zu einer Druckerhöhung in einer Muskelloge führen.

Häufig sind zum Beispiel Knochenbrüche die Ursache für ein Kompartmentsyndrom. Als seltener Auslöser kommt neben einem zu straff angelegten Verband oder einer zu engen Naht nach einer Operation auch eine Überlastung der Muskeln infrage: Ein solches funktionelles oder chronisches Kompartmentsyndrom haben oft Sportler (v.a. Langstreckenläufer). Es nimmt sowohl in seinem Verlauf als auch in der Behandlung eine Sonderstellung ein.

Ein funktionelles Kompartmentsyndrom löst nur bei sportlicher Aktivität Schmerzen aus, die in Ruhe von selbst abklingen. Zu seiner Behandlung reichen nicht-operative Maßnahmen (d.h.: betroffenen Körperteil tief lagern und kühlen, Belastung vermeiden).

Ein akutes Kompartmentsyndrom hingegen ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

Das akute Kompartmentsyndrom ist immer als Notfall zu behandeln und erfordert schnelle Gegenmaßnahmen: Das bedeutet eine möglichst baldige Operation der betroffenen Gliedmaße, um Folgeschäden zu vermeiden.

Daher ist es wichtig, ein Kompartmentsyndrom schnell zu erkennen: Mit einer Druckmessung im Gewebe von Unterarm beziehungsweise Unterschenkel kann man es sicher diagnostizieren.

Rechtzeitig und richtig behandelt hat das Kompartmentsyndrom eine gute Prognose. Ohne Therapie kommt es nachfolgend zu bleibenden Funktionseinschränkungen von Muskeln und Gelenken.

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