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Kompartmentsyndrom

Kompartmentsyndrom: Ursachen

Stand: 30. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Für ein Kompartmentsyndrom kommen vielfältige Ursachen infrage, denen jedoch der gleiche Entstehungsmechanismus zugrunde liegt:

Die Muskeln im Unterarm beziehungsweise Unterschenkel liegen in abgeschlossenen, engen Kammern (sog. Muskellogen), die jeweils von einer sehnenartigen Muskelhaut oder -binde (lat. Faszie = Binde) aus straffem Bindegewebe umhüllt sind. Bildet sich infolge einer Verletzung ein Bluterguss oder sammelt sich entzündliche Flüssigkeit in einer dieser Kammern an, verhindert die straffe Muskelbinde eine Ausdehnung der in der Kammer liegenden Muskulatur. Auf diese Weise entsteht ein erhöhter Druck auf die Muskeln, der die unmittelbare Ursache für die ein Kompartmentsyndrom kennzeichnende Durchblutungsstörung ist: Durch den erhöhten Gewebedruck sind die versorgenden Blutgefäße und die ebenfalls in der Kammer verlaufenden Nerven zusammenpresst, was eine nur noch mangelhafte Durchblutung der Muskeln und eine Schädigung der Nerven zur Folge hat. Gelingt es nicht, die Blutversorgung innerhalb einiger Stunden wiederherzustellen, sterben das Muskel- und das Nervengewebe rasch ab. Es entstehen bleibende Störungen. Infolge der Schädigung kommt es zu einem narbigen Umbau des Gewebes; nachfolgend verkürzen sich die betroffenen Muskeln und Gelenke und verlieren ihre Funktion.

Einem Kompartmentsyndrom liegen als Ursachen in der Regel Gewalteinwirkungen zugrunde. In etwa 70 Prozent aller Fälle sind Verletzungen, wie zum Beispiel Knochenbrüche, Auslöser für seine Entstehung. In selteneren Fällen kann das Kompartmentsyndrom auch ein Zeichen dafür sein, dass die Muskeln überlastet sind: Es tritt zunehmend bei Sportlern auf, vor allem bei Langstreckenläufern. Ein übermäßiges Muskelwachstum bei Bodybuildern kann ebenfalls den Blutfluss in den kleinen Venen der betroffenen Muskeln stören und auf diese Weise ein Kompartmentsyndrom hervorrufen. Manchmal verursachen auch zu straff angelegte Verbände oder eine zu enge Naht nach operativer Behandlung einer Muskelloge ein Kompartmentsyndrom.

Weiterlesen: Kompartmentsyndrom: Symptome

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