Klumpfuß: Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (25. April 2016)

Entscheidend für die erfolgreiche Behandlung bei einem Klumpfuß ist eine rechtzeitige und konsequente Therapie. Diese sollte unmittelbar nach der Geburt beginnen, im Verlauf kontrolliert und gegebenenfalls fortgeführt werden sollte, bis das Wachstum abgeschlossen ist.

Das Behandlungsprinzip bei einem Klumpfuß besteht darin, die Fußfehlstellung über längere Zeit hinweg zu korrigieren, ähnlich wie eine Zahnspange bei schiefen Zähnen wirkt.

Zunächst bringt ein Physiotherapeut die Füße von Hand schrittweise in die richtige Position. Später helfen dabei Gipsverbände – sogenannte redressierende Oberschenkelgipsverbände. Sie werden zunächst täglich, später in wöchentlichen Abständen gewechselt und die Fußhaltung dadurch immer weiter korrigiert (Etappengipsbehandlung). Krankengymnastische Übungen dehnen und kräftigen die Muskulatur und ergänzen die Klumpfuß-Therapie.

Nach etwa drei Wochen ersetzt der Arzt den Oberschenkelgips durch speziellen Schienen, die zunächst nur zur Physiotherapie und zur Pflege, später auch tagsüber abgenommen werden können.

Zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat findet in der Regel (in 90 Prozent der Fälle) ein kleiner operativer Eingriff statt – eine Achillessehnenverlängerung. Hierbei trennt der Arzt die Achillessehne im Rahmen einer kleinen Operation vorsichtig durch. Anschließend muss das Baby für etwa drei Wochen einen Gipsverband tragen, damit der Fuß in der gewünschten Stellung verbleibt – in dieser Zeit wächst die Achillessehne ohne Folgen wieder zusammen.

Regelmäßige Kontrollen während der ersten Lebensjahre, zum Teil bis zum Ende der Wachstumsphase, sind notwendig, um Rückschritte möglichst frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wenn der Klumpfuß trotz einer vorherigen Therapie bestehen bleibt oder später wieder auftritt (sog. Rezidiv), können verschiedene Operationen sinnvoll sein:

  • "rebellischer" Klumpfuß (spricht kaum auf die Therapie an und tritt nach erfolgreicher Therapie häufig erneut auf): Kapselentfernung
  • Rezidiv im Wachstumsalter: Sehnenverlängerungen und Operationen, bei denen Ärzte die Lage der Knochen korrigieren

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