Kieferfehlstellung, Zahnfehlstellung: Hilfe bei schiefen Zähnen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2015)

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In fast jedem Gebiss gibt es Zähne, die ein wenig schief erscheinen – nur wenige Menschen besitzen ein "perfektes Gebiss". Dass alle Zähne symmetrisch im Kiefer angeordnet sind, kommt Schätzungen zufolge nur bei einer von 20 Personen vor. Es gilt: Eine leichte Kieferfehlstellung (Dysgnathie) oder Zahnfehlstellung bedeutet nicht, dass diese auch behandelt werden muss.

Nur wenn die Zahn- oder Kieferfehlstellung

  • die Gesundheit der Zähne gefährdet,
  • die betroffene Person eine ästhetische Verbesserung wünscht
  • oder Schwierigkeiten beim Kauen und Sprechen auftreten,

sollte ein Spezialist die Dysgnathie behandeln.

Während das Wachstum des Unterkiefers stark von erblichen Faktoren abhängt, wird die Form des Oberkiefers eher von gewohnheitsmäßigen Tätigkeiten beeinflusst – zum Beispiel Mundatmung, Zungen- oder Lippenpressen, Nuckeln oder Lutschen. Durch regelmäßige Kontrollen kann der Zahnarzt eine Kieferfehlstellung beziehungsweise Dysgnathie frühzeitig feststellen und das weitere Vorgehen mit dem Patienten besprechen. 

Hierbei untersucht der Arzt vor allem

  • Zahndurchbrüche,
  • Zahnanzahl,
  • Zahnposition und
  • Bissposition.
Wenn erforderlich, überweist der Zahnarzt den Betroffenen zum Kieferorthopäden. Dieser beurteilt, wie stark die Kiefer-oder Zahnfehlstellung ausgeprägt ist und leitet entsprechende Maßnahmen ein, um die Bisslage zu korrigieren.

Je nach Schweregrad beginnt die Korrektur der Zahnfehlstellung oder Kieferfehlstellung bereits im frühen Kindesalter – meist jedoch erst nach dem 9. Lebensjahr. Unter Umständen treten die Fehlstellungen der Zähne oder der Kiefer aber erst im Erwachsenenalter auf, zum Beispiel wenn die Weisheitszähne durchbrechen oder durch nächtliches Zähneknirschen. Die gute Nachricht: Auch im Erwachsenenalter lassen sich Kiefer- und Zahnfehlstellungen noch problemlos korrigieren. 

Bei Kindern ist es üblich, dass sie über einige Jahre herausnehmbare Zahnspangen oder festsitzende Apparaturen tragen. Welche Form der Zahnspange der Arzt verordnet und wie lange das Kind diese tragen muss, hängt individuell von der Ausgangssituation des Gebisses und dem voraussichtlichen Wachstum ab.

Bei Erwachsenen lässt sich die Kieferform nur noch bedingt beeinflussen, die Zahnstellung jedoch schon. Hierfür eignen sich Zahnspangen, festsitzende Apparaturen und Zahnschienen, wobei die Korrektur bei Erwachsenen meistens etwas langwieriger ist als bei Kindern. Bei einer schweren Kieferfehlstellung kommt auch eine Operation infrage.  

Spätestens ab dem dritten Lebensjahr sollten Sie Ihrem Babys den Schnuller abgewöhnen. © iStock

Spätestens ab dem dritten Lebensjahr sollten Sie Ihrem Babys den Schnuller abgewöhnen.

Zahnfehlstellung durch Schnuller oder Daumenlutschen?
Babys haben das natürliche Bedürfnis, an etwas zu saugen – dazu benutzen sie entweder den Schnuller, den sie von Mama oder Papa bekommen, oder sie lutschen einfach an ihrem eigenen Daumen. Wenn die Kinder allerdings lange Jahre und sehr viel „schnullern“ oder am Daumen lutschen, können mitunter Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen auftreten, was wiederum zu Problemen in der Sprechentwicklung führen kann. 

Studien haben gezeigt, dass es hinsichtlich der Zahnfehlstellung keine Rolle spielt, ob Kinder regelmäßig am Schnuller oder am Daumen saugen – allerdings ist es schwieriger, Kindern das Daumenlutschen wieder abzugewöhnen. Um Zahn- und Kieferfehlstellungen vorzubeugen, sollten sich Kinder spätestens bis zum dritten Lebensjahr abgewöhnen, am Daumen oder am Schnuller zu nuckeln. 

Da viele Formen der Zahnfehlstellung und Kieferfehlstellung erblich bedingt sind, lässt sich einer Dysgnathie nicht immer vorbeugen. Wer jedoch seine Zahnspange konsequent trägt, kann die kieferorthopädische Behandlung der Dysgnathie positiv beeinflussen

Schon im Kindesalter sollte man auf eine gute Mundhygiene und Zahnpflege achten, um das Risiko einer Zahnfehlstellung oder Kieferfehlstellung zu verringern. Der Grund: Zerstörte oder vorzeitig ausgefallene Milchzähne sind ein häufiger Grund für eine spätere Dysgnathie.

Wer trägt die Kosten der Behandlung?

Zahnmedizinische Eingiffe sind teuer – die Kosten für die Behandlung einer Zahn- oder Kieferfehlstellung belaufen sich schnell auf mehrere tausend Euro. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – vorausgesetzt die Zahn- oder Kieferfehlstellung beeinträchtigt das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen. 

Erwachsene müssen in der Regel die Kosten selbst tragen. Nur bei sehr schweren Kiefer- und Zahnfehlstellungen, die eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung erfordern, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten.

Bei den privaten Krankenkassen hängt dies von dem persönlichen Tarif ab. Daher sollten Sie sich bei Ihrem Zahnarzt, dem Kieferorthopäden und Ihrer Krankenkasse vor der Behandlung der Dysgnathie unbedingt über die Behandlungsmethoden und die Kosten informieren. 


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