Keratokonus

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. Oktober 2015)

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Bei einem Keratokonus wird die Hornhaut des Auges dünner und wölbt sich kegelartig vor. Diese Verformung macht sich beim Betroffenen vor allem durch ein verschwommenes oder verzerrtes Sehen bemerkbar. Außerdem verschlechtert sich die Sehstärke meist rasch. Ein Keratokonus entsteht oft erst bei einem Auge, später verändert sich auch das zweite.

Die genauen Ursachen für einen Keratokonus sind noch nicht vollständig geklärt. Offenbar liegen bei den Betroffenen im Vergleich zur gesunden Hornhaut Veränderungen vor, die die Hornhaut weniger stabil und dadurch leichter verformbar machen. Bei der Entstehung des Keratokonus spielen wahrscheinlich genetische Einflüsse eine Rolle.

Leichte bis mittlere Keratokonus-Stadien lassen sich meist gut mit Kontaktlinsen behandeln. Nimmt der Hornhautkegel weiter zu, haften die Kontaktlinsen jedoch irgendwann nicht mehr gut. Dann kommen verschiedene operative Methoden infrage. So kann man zum Beispiel:

  • Teile der Augen-Hornhaut oder die ganze Hornhaut durch Spendermaterial ersetzen (Hornhauttransplantation).
  • Hälften eines kleinen Kunststoffrings (sog. intrastromale Ringsegmente) zwischen die Hornhautschichten einschieben, um den Keratokonus abzuflachen.
Schematische Darstellung einer normalen Hornhaut und eines Keratokonus.

Links: Auge mit normal gewölbter Hornhaut, rechts: Auge mit Keratokonus

Eine relativ neue Methode, um den Keratokonus zu behandeln, ist das sogenannte Hornhaut-Crosslinking. Hierbei trägt der Arzt erst die oberste Zellschicht der Hornhaut ab und behandelt die Augen danach mit Vitamin-B2-Tropfen und UV-Strahlung. Das soll die Quervernetzung der Moleküle innerhalb der Hornhaut verbessern und diese stabiler und weniger verformbar machen. Die Augenfehlbildung schreitet dadurch langsamer fort.

Bislang gibt es keine ursächliche Behandlung des Keratokonus, eine Heilung im eigentlichen Sinne ist daher nicht möglich. Bei entsprechender Therapie lässt sich jedoch die Sehfähigkeit der Betroffenen verbessern.


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