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Stand: 11. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) können Sie Verlauf und Dauer positiv beeinflussen: Beginnen Sie so schnell wie möglich mit der Behandlung – spüren Sie die Ursachen auf und schalten Sie sie aus. Die akute Kehlkopfentzündung kann durch konsequente Stimmschonung und unterstützende Hausmittel bereits nach ein bis zwei Wochen abheilen. Wird nicht konsequent behandelt, kann sich aus einer akuten Infektion eine chronische Laryngitis entwickeln; ebenso besteht die Gefahr einer funktionellen Stimmstörung (Dysphonia functionalis).
Die Kehlkopfentzündung verläuft meist ohne Komplikationen. Manchmal führt sie zu Schwellungen im Bereich der Stimmlippen – bei Erwachsenen sind sie selten so ausgeprägt, dass es zu Atemnot kommt. Bei Kindern besteht dieses Risiko jedoch eher. Sie sollten deswegen in solchen Fällen stationär im Krankenhaus überwacht werden, bis die Schwellung abgeklungen ist und sie wieder frei atmen.
Eine Kehlkopfentzündung müssen Sie in jedem Fall behandeln. Ansonsten kommt es zu wiederkehrenden Entzündungen der Kehlkopfschleimhaut. Besteht eine chronische Laryngitis über lange Zeit, können die Schleimhautzellen entarten und sich zu einer Krebsvorstufe (Präkanzerose) oder zu einem Krebs der Schleimhaut (Carcinoma in situ beziehungsweise mikroinvasives Karzinom entwickeln. Dies ist bei etwa jedem Fünften bis Zehnten, der von einer chronischen Kehlkopfentzündung betroffen ist, der Fall.
Schlägt die Therapie nach drei bis vier Wochen nicht an und besteht die Heiserkeit weiterhin, muss der Arzt deswegen unbedingt klären – eventuell durch eine Gewebeprobenentnahme –, ob eine andere Erkrankung zugrunde liegt. Vor allem wenn nur eine Seite des Kehlkopfes betroffen ist, besteht die Gefahr, dass es sich um Tuberkulose handelt oder dass sich die Schleimhautzellen bereits verändert haben.
In manchen Fällen greift die Entzündung auch auf die Stimmmuskeln (M. vocalis) über und führt zu einer Muskelentzündung (Myositis). Die Folge davon können Lähmungen im Bereich des Kehlkopfes beziehungsweise der Stimmbänder sein.
Durch die chronische Laryngitis kommt es mitunter zu einem Verschluss der Schleimdrüsenausgänge im Kehlkopf und einer Verdickung der sogenannten Taschenfalten, die sich unmittelbar über den Stimmlippen befinden. Das Sekret wird gestaut und verdickt, wodurch eine Schwellung im Gewebe, ein dyschylischer Pseudotumor, entsteht. Diese entfernt der Arzt bei Bedarf mikrochirurgisch während einer direkten Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie).
Bei einer chronischen Kehlkopfentzündung kann es zur Vermehrung der Schleimdrüsen kommen (Laryngitis chronica hyperplastica), in seltenen Fällen aber auch zum Verlust der Schleimdrüsen (Laryngitis chronica sicca).
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