Karzinoid (neuroendokriner Tumor): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. April 2014)

Bei einem Karzinoid (neuroendokriner Tumor) hängt der Verlauf von der Art des Tumors, seiner Lage sowie dem Stadium ab, in dem es entdeckt wird. Meistens wachsen Karzinoide sehr langsam, was sich günstig auf die Prognose auswirkt. Karzinoide des Wurmfortsatzes (Appendix) etwa neigen kaum dazu, Metastasen zu bilden. Kann der Arzt ein Appendix-Karzinom vollständig entfernen, bestehen meist gute Heilungschancen. Aber auch bei anderen Karzinoid-Arten oder bei bereits bestehenden Metastasen lässt sich der Krankheitsverlauf oft längere Zeit gut durch Medikamente kontrollieren.

Prognose

Beim Karzinoid (neuroendokriner Tumor) hängen Verlauf und Prognose davon ab, in welchem Stadium die Diagnose erfolgt: Wenn das Karzinoid zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestreut, das heißt keine Tochtergeschwulste gebildet hat, kann eine Operation die Betroffenen in vielen Fällen vollständig heilen. Hat sich ein neuroendokrines Karzinom bereits in andere Organe ausgebreitet (metastasiert), bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung oft viele Jahre hinauszögern können.

Komplikationen

Ein unbehandeltes Karzinoid (neuroendokriner Tumor) kann im weiteren Verlauf zu verschiedenen Komplikationen führen. So kann es sich über die Lymph- und Blutgefäße im Körper ausbreiten und Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Davon sind in erster Linie die Leber und die Knochen betroffen. Mitunter finden sich auch Absiedelungen in der Augenhöhle, im Herzmuskel und bei Frauen in der Brust.

Große Karzinoide beziehungsweise Tochtergeschwulste verdrängen das umliegende Gewebe und können lebensbedrohliche Folgen haben: So kann zum Beispiel ein Karzinoid im Darm zu einem vollständigen Darmverschluss (Ileus) führen, der eine sofortige Behandlung erfordert.

Wenn ein Karzinoid in größeren Mengen Hormone freisetzt, sind weitere Komplikationen möglich, da die Hormone mitunter sehr belastende Symptome hervorrufen: Wenn beispielsweise ein neuroendokriner Tumor Gastrin bildet, können Magengeschwüre entstehen. Diese können im weiteren Verlauf in die Bauchhöhle durchbrechen oder zu schwerwiegenden Blutungen führen.


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