Karzinoid (neuroendokriner Tumor): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. April 2014)

Bei einem Karzinoid (neuroendokriner Tumor, neuroendokrines Karzinom) umfasst die Therapie meist eine Operation. Da ein Karzinoid oftmals sehr langsam wächst, bestehen gute Aussichten auf eine vollständige Heilung, wenn es sich durch eine Operation entfernen lässt. Wenn es nicht gelingt, ein neuroendokrines Karzinom durch eine operative Therapie vollständig zu entfernen, kann der Chirurg den Tumor oft zumindest verkleinern.

Auch wenn ein Karzinoid bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) ausgebildet hat, ist eine operative Therapie in einigen Fällen möglich. Meist kommt hierbei jedoch eine Chemotherapie zum Einsatz. Dazu erhalten Sie je nach Art Ihres Tumors verschiedene Medikamente (sog. Zytostatika) über die Venen.

Zur Karzinoid-Therapie eignet sich außerdem eine sogenannte Immuntherapie mit Interferon-alpha: Dies soll das Immunsystem dazu anregen, seine Abwehr gegen das Tumorgewebe zu richten. Ärzte setzen zudem zur Karzinoid-Therapie sogenannte Somatostatinanaloga ein. Es handelt sich dabei um Wirkstoffe, welche dem körpereigenen Hormon Somatostatin ähneln. Sie hemmen die übermäßige Hormonausschüttung der Karzinoid-Zellen und lindern so häufig die Symptome.

Bei einem Karzinoid, das vermehrt Tochtergeschwulste in der Leber bildet, kann die Therapie darin bestehen, die versorgenden Blutgefäße des Tumors künstlich zu verstopfen. Dabei schneidet der Arzt die Tochtergeschwulste durch eine spezielle Embolisationstechnik (Embolus = Pfropf, Fremdkörper in der Blutbahn) von der Blutversorgung ab, sodass sie nicht mehr weiterwachsen können. Wenn ein neuroendokriner Tumor Metastasen in den Knochen bildet, kann zur Therapie außerdem eine Bestrahlung erfolgen, um die Schmerzen zu lindern.


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