Karzinoid (neuroendokriner Tumor): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. April 2014)

Ein Karzinoid – auch neuroendokriner Tumor (NET) oder neuroendokrines Karzinom genannt – ist eine bösartige Neubildung von Gewebe ("karzinoid" bedeutet wörtlich "krebsähnlich"), die sich aus neuroendokrinen Zellen entwickelt.

Neuroendokrine Zellen gehören ihrem Ursprung nach zum Nervensystem und schütten Botenstoffe des Nervensystems oder Hormone aus. Da sie nahezu im gesamten Körper verteilt sind, kann ein Karzinoid in verschiedenen Organen auftreten. Besonders häufig betrifft ein neuroendokrines Karzinom

Daher tragen neuroendokrine Tumoren entsprechend den Organen, in denen sie sich am häufigsten entwickeln, auch die Bezeichnung GEP-Tumoren (= gastroenteropankreatische Tumoren bzw. Magen-Darm-Bauchspeicheldrüsen-Tumoren). In den restlichen 10 Prozent der Fälle tritt ein Karzinoid in anderen Organen, wie der Lunge oder dem Thymus, auf.

Einige Beispiele für neuroendokrine Zellen, die von ihnen gebildeten Hormone beziehungsweise Botenstoffe und das zugehörige Karzinoid sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

ZellartHormon/BotenstoffKarzinoid
B-Zellen der Bauchspeicheldrüse Insulin Insulinom
A-Zellen der Bauchspeicheldrüse Glukagon Glukagonom
D1-Zellen der Bauchspeicheldrüse VIP (vasoaktives intestinales Polypeptid) VIPom
D-Zellen der Bauchspeicheldrüse Gastrin Gastrinom
Zellen des Wurmfortsatzes (Appendix) Serotonin Appendix-Karzinoid

Häufigkeit

Das Karzinoid (neuroendokriner Tumor) ist nicht weit verbreitet: Mit 0,5 bis 1 neuen Fällen pro Jahr und pro 100.000 Einwohner sind Karzinoide sehr selten. In Deutschland findet sich jährlich bei 400 bis 800 Menschen ein solches neuroendokrines Karzinom. Das Karzinoid tritt überwiegend bei Menschen im höheren Lebensalter auf, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind.


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