Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie): Behandlung

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (24. Oktober 2016)

Bei Ischias (Ischiasschmerzen, Ischialgie) zielt die Behandlung darauf ab, die Schmerzen zu beseitigen und ihre Ursache zu beheben. Gegen akute Ischiasschmerzen können Sie nicht-opioide Schmerzmittel (wie Paracetamol) oder bei stärkeren Schmerzen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen – aber nur über einen kurzen Zeitraum. Sprechen Sie sich am besten mit Ihrem Arzt ab. Dieser kann Ihnen auch ein schmerzstillendes Mittel direkt in die Rückenmuskulatur spritzen.

Kurzfristig lässt sich eine starke akute Ischialgie auch mit Kortikosteroid-Spritzen in den sogenannten Epiduralraum des Rückenmarkskanals behandeln. Dies ist jedoch aufwendig, weil ein bildgebendes Verfahren (z.B. CT) nötig ist, um die Position der Nadel zu kontrollieren. Darum verschreiben manche Ärzte eher Kortikosteroide in Tablettenform gegen starken Ischias. Diese Behandlung kann die Ischiasschmerzen allerdings kaum lindern und ist zudem oft mit Nebenwirkungen (wie Schlafstörungen, Nervosität und Gewichtszunahme durch gesteigerten Appetit) verbunden.

Je nach Ursache für den gereizten Ischiasnerv sind In der akuten Phase kurzfristig neben der akuten Schmerztherapie auch Bettruhe, Schonung und Wärme wohltuend. Hingegen ist es langfristig empfehlenswert, für ausreichende und regelmäßige Bewegung zu sorgen und die Rückenmuskulatur zu stärken. Ist Ihre Beweglichkeit durch den Ischias eingeschränkt, sind krankengymnastische Übungen hilfreich. Zudem bieten sich bei wiederholt auftretender Ischialgie standardisierte Schulungsprogramme (sog. Rückenschule) an: Hier können Sie vorbeugend Ihre Rückenmuskulatur trainieren und lernen, sich im Alltag sinnvoll rückenschonend zu verhalten (dies ist nicht nur zur Behandlung wiederholter Ischiasschmerzen zu empfehlen, sondern bei allen hartnäckigen Rückenschmerzen).

Unter Umständen kann es notwendig sein, den Ischias operativ zu behandeln. Eine Operation bietet sich zum Beispiel dann an, wenn Sie:

  • starke oder wiederholt Bandscheibenvorfälle haben,
  • in Ihrer selbstständigen Beweglichkeit zunehmend gestört ist (sog. motorische Störungen),
  • ein sogenanntes Caudasyndrom entwickeln, das mit einer verminderten Sensibilität im Bereich der inneren Oberschenkel, Genitalien und des Afters (sog. Reithosenanästhesie), Blasen- und Mastdarmstörungen und beidseitigem Fehlen des Achillessehnenreflexes einhergeht.

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