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Stand: 16. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Eine Invagination ist eine Einstülpung eines Darmabschnitts. Die Ursache ist in den meisten Fällen unbekannt. Durch die Einstülpung kann der Darminhalt nicht mehr ungehindert passieren und staut sich auf – es kommt zum Darmverschluss (Ileus).
Eine Invagination und ein damit verbundener Darmverschluss kommt vor allem bei Kleinkindern unter drei Jahren vor, meist im ersten Lebensjahr. Der Darmverschluss tritt dann relativ plötzlich bei bis dahin gesunden Babys auf.
Die Symptome dieser Einstülpung des Darms sind heftige, in Wellen verlaufende Bauchschmerzen, Erbrechen, zunächst Durchfall, später Verstopfung, und Blässe. Relativ spät geht bei einem Darmverschluss bei Kleinkindern infolge einer Invagination Blut oder blutiger Schleim ab. Das Kind weint häufig aufgrund der Schmerzen, wirkt ängstlich und angespannt.
Bei einem Darmverschluss bei Kleinkindern durch Invagination muss die Behandlung unverzüglich im nächsten Krankenhaus erfolgen. Zur Diagnose tastet der Arzt zunächst den Bauch des Kindes vorsichtig ab. Die Invagination lässt sich häufig bereits ertasten. Eine Röntgenuntersuchung des Bauchs hilft, die Einstülpung deutlich zu erkennen. Im Frühstadium kann der Arzt die Invagination oft durch einen Einlauf lösen und selten sogar allein durch eine Bauchmassage rückgängig machen. Gelingt dies nicht, so ist eine Operation erforderlich. Bei dieser legt der Chirurg den eingestülpten Darm in seine ursprüngliche Position zurück.
Bei einem Darmverschluss durch Invagination ist die Verdauung blockiert – Verdauungsbrei staut sich auf und schädigt die Darmwand. Treten Bakterien aus dem Darm in den Bauchraum über, ist unter anderem eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung (Peritonitis) möglich. Auch ist der Dickdarm dafür zuständig, dem Verdauungsbrei Flüssigkeit zu entziehen und ins Blut zu überführen. Beim Darmverschluss kann der Darm diese Aufgabe nicht mehr entsprechend erfüllen – Austrocknung (Exsikkose) und Kreislaufversagen können mögliche Folgen sein.
Ohne eine entsprechende Behandlung kann der Darmverschluss tödlich enden. Eine schnelle Therapie bessert jedoch die Prognose deutlich.
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