Infantile Cerebralparese (ICP): Konservative Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Die konservative Therapie der infantilen Cerebralparese umfasst ein großes Spektrum der Rehabilitationsmedizin. Sie sollte möglichst schnell nach der Diagnose beginnen.

Physiotherapie

Krankengymnastik kann einer Verkürzung der Muskeln und Sehnen vorbeugen und die Beweglichkeit verbessern. Damit die Übungen täglich durchführt werden können, bezieht der Therapeut die Eltern in die Behandlung mit ein. Verschiedene Methoden stehen dafür zur Verfügung. Meist erfolgt die Krankengymnastik auf Grundlage der Methode nach Bobath oder nach Vojta:

  • Methode nach Bobath: Behandlung, bei welcher der Therapeut mit speziellen Übungen fehlerhafte Verhaltensmuster hemmt und normale Bewegungsmuster fördert. Das Kind erhält ein besseres Gleichgewicht und kann sich leichter aufrichten.
  • Methode nach Vojta: Behandlung, die von einer automatischen Steuerung der Körperlage durch bestimmte Reflexe ausgeht. Diese Reflexe lassen sich therapeutisch auslösen. Dadurch erhält der Körper neue Anreize, um sich aufzurichten.

Ergotherapie

Bei der Ergotherapie leitet der Therapeut das Kind zur Selbsthilfe an und unterstützt es in der Wahl und Beschaffung geeigneter Arbeits- und Schreibhilfen. Außerdem hilft diese Therapie, die Funktion der Hände zu schulen.

Logopädie

Die Logopädie trainiert die Mund- und Schluckbewegungen und hilft dadurch, die Sprache und die Essfähigkeit zu verbessern.

Medikamentöse Therapie

Um die Lähmungserscheinungen bei der infantilen Cerebralparese zu behandeln, setzt der Arzt Antispastika (z.B. Benzodiazepine oder Muskelrelaxanzien) oder Neuroleptika ein. In stark verkrampfte Muskeln kann er gegebenenfalls Botulinumtoxin A spritzen.

Orthopädietechnik

Die Orthopädietechnik stellt spezielle Funktionsschienen, Steh-, Geh-, Sitz- und Greifhilfen bereit. Diese Hilfsmittel unterstützen die Beweglichkeit von Kindern mit infantiler Cerebralparese und können Muskelverkürzungen und Gelenkschäden vorbeugen.


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