Infantile Cerebralparese (ICP): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2015)

Besteht der Verdacht auf eine infantile Cerebralparese, klärt der Arzt zur Diagnose zunächst, ob die Bewegungs- und Haltungsstörung Folge einer überstandenen Erkrankung sind, oder ob es sich um einen fortschreitenden Prozess – zum Beispiel einen Tumor, eine Entzündung oder um eine Stoffwechselerkrankung – handelt.

Ziel der Untersuchung ist es, den Entwicklungszustand des Kindes zu beschreiben. Hierzu können Fragebögen, aber auch eine ausführliche Beobachtung und Untersuchung der motorischen Fähigkeiten des Kindes – auch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder – dienen.

Im Verlauf eines ausführlichen Gesprächs ermittelt der Arzt Risikofaktoren, Schwangerschafts- und Geburtsverlauf sowie etwaige Erkrankungen der Mutter. Während des Gesprächs beobachtet der Arzt das Verhalten des Kindes. Teilnahmslosigkeit (Apathie), fehlende Kontaktaufnahme, Unruhe sowie Berichte über Fütterungsprobleme (Trinkschwäche, Schluckstörung) und abnormes Schreien können auf eine Hirnschädigung hindeuten. Bestehen außerdem

erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer infantilen Cerebralparese.

Bei der körperlichen Untersuchung des Kindes achtet der Arzt auf:

  • Bewegungsarmut
  • Schlaffheit
  • Steifheit
  • Einnehmen einer asymmetrischen Haltung
  • Streck- oder Überkreuzungstendenz der Extremitäten
  • Spitzfußstellung

Weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels und gegebenenfalls der Wirbelsäule, Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit (Liquorpunktion), Blut- und Urinanalysen sind manchmal nötig, um bei der infantilen Cerebralparese die Diagnose zu untermauern.


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