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Erektions­störung (erektile Dysfunktion, erektile Impotenz): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Mai 2015)

Um festzustellen, ob beim Betroffenen eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion, erektile Impotenz) vorliegt, ist vor allem ein ausführliches Patientengespräch für die Diagnose wichtig (Anamnese). Hierbei interessiert den Arzt zum Beispiel:

Es ist sinnvoll, auch die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner mit in das Gespräch einzubeziehen. Häufig kommen auch standardisierte Fragebögen zum Einsatz, die gezielt nach den typischen Symptomen und Begleitbeschwerden der Betroffenen fragen, zum Beispiel vorzeitige Samenergüsse (Ejaculatio praecox) oder Probleme beim Wasserlassen. Die Ergebnisse des Fragebogens werden dann in ein Punktesystem übertragen, sodass der Arzt die Schwere der Symptome genau beurteilen kann. Zudem erhält er erste Anhaltspunkte für mögliche Ursachen der Erektionsstörungen.

Da eine erektile Dysfunktion häufig körperliche Ursachen hat, sollte der Arzt zuerst abklären, ob eventuell eine körperliche Erkrankung der Auslöser der Erektionsstörung ist. Hierfür nimmt der Arzt in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung vor, bei der er zum Beispiel die äußeren und bei Bedarf die inneren Geschlechtsorgane abtastet.

Zudem testet er die Reflexe im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane und des Afters. Eine Blutuntersuchung gibt unter anderem Aufschluss über den Hormonstatus (z.B. bei Verdacht auf einen Testosteronmangel), Blutzuckerspiegel (bei einem vermuteten Diabetes mellitus) und die Blutfettwerte (z.B. zum Ausschluss einer Fettstoffwechselstörung).

Beim gesunden Mann treten in der Regel nachts, aber auch morgens spontane Erektionen auf. Kommt es beim Betroffenen während des Schlafs zu Erektionen, spricht dies eher gegen eine körperliche Ursache der Impotenz. Diese lässt sich jedoch nicht vollständig ausschließen, denn auch mit morgendlichen Erektionen kann eine Erektionsstörung vorliegen. Weitere Untersuchungsverfahren, mit denen der Arzt körperliche Ursachen der Erektionsstörungen feststellen kann, sind zum Beispiel:

  • Schwellkörper-Injektionstest (SKIT)
  • Farb-Dopplersonographie
  • Kavernosographie
  • neurologische Untersuchung

Können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, sollte man auch psychische Ursachen für die erektile Dysfunktion berücksichtigen. In diesem Fall schließt sich eine psychiatrische Diagnostik an.

Schwellkörper-Injektionstest (SKIT)

Beim Schwellkörper-Injektionstest (SKIT) spritzt der Arzt dem Betroffenen ein männliches Sexualhormon aus der Gruppe der Prostaglandine in die Penis-Schwellkörper. Auf diese Weise tritt für gewöhnlich innerhalb kurzer Zeit eine Erektion ein. Wenn für eine länger anhaltende Erektion bereits geringe Mengen ausreichen, sind die Ursachen für die erektile Dysfunktion mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gefäßbedingt. Der SKIT kommt in der Praxis allerdings nur noch selten zum Einsatz.

Farb-Dopplersonographie

Mittels der Farb-Dopplersonographie, einer Form der Ultraschalluntersuchung (Sonographie), kann der Arzt die Durchblutung des Glieds überprüfen und somit feststellen, ob die Impotenz mit einer Erkrankung oder Störung der Blutgefäße zusammenhängt. Sie findet vor allem dann Anwendung, wenn der Arzt eine Missbildung der Blutgefäße im Penis vermutet.

Kavernosographie

Um festzustellen, ob der Blutabfluss über die Penis-Venen krankhaft gesteigert und eine Erektion deshalb nicht möglich ist (z.B. durch ein venöses Leck), kann der Arzt eine Kavernosographie durchführen.

Hierbei spritzt er dem Betroffenen zunächst ein bestimmtes Medikament in die Schwellkörper, das eine Erektion hervorruft. Anschließend bringt der Arzt Kontrastmittel in die Schwellkörper ein und verfolgt mithilfe von Röntgenbildern in regelmäßigen Abständen (alle paar Sekunden) den Blutabfluss aus den Schwellkörpern.

Auch die Kavernosographie wird nur noch selten angewendet, vor allem bei einem Verdacht auf Störungen beziehungsweise Erkrankungen der Blutgefäße.

Neurologische Untersuchung

Eine erektile Dysfunktion kann auch durch eine gestörte Nervenversorgung im Penis hervorgerufen werden. Um diese Möglichkeit zu testen, gibt es verschiedene neurologische Untersuchungen, wie zum Beispiel die Elektroneurographie (ENG) oder die Elektromyographie (EMG).

Psychiatrische Diagnostik

Wenn der Arzt keine körperlichen Ursachen für die erektile Dysfunktion findet, können eine psychiatrische Diagnostik und/oder ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder Sexualtherapeuten sinnvoll sein. Ziel ist es, psychiatrische Erkrankungen als mögliche Ursachen der erektilen Impotenz ausschließen zu können, etwa Depressionen.

Mithilfe von Fragebögen und persönlichen Gesprächen kann der Psychiater oder Psychotherapeut zudem psychische Ursachen genauer ermitteln, die Erektionsstörungen hervorrufen können, beispielsweise Versagensängste, psychische Konflikte, Stress oder Probleme in der Partnerschaft.



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