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Hypothermie (Unterkühlung) und Erfrierungen: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Juni 2015)

Die Hypothermie (Unterkühlung) und Erfrierungen sind bei der Diagnose leicht zu unterscheiden, da es sich um unterschiedliche Folgen einer Kälteeinwirkung handelt. Ob jemand unterkühlt ist, kann der Arzt durch folgende Maßnahmen feststellen:

  • Messung der Körperkerntemperatur: Ist der Betroffene bewusstlos, kann die über den Anus oder in der Mundhöhle gemessene Körpertemperatur auf die Phase der Hypothermie hinweisen. Man unterscheidet folgende Hypothermie-Stadien:
    • Körperkerntemperatur 34 bis 36 Grad Celsius = aktive Phase der Unterkühlung: Diese milde Hypothermie führt zu Zittern, Frösteln, tiefer Atmung, schnellem Herzschlag, blasser Haut.
    • Körperkerntemperatur 30 bis 34 Grad Celsius = Erschöpfungsstadium der Unterkühlung: Die Betroffenen sind schläfrig und teilnahmslos, haben einen langsamen Puls, niedrigen Blutdruck, blaugraue Haut.
    • Körperkerntemperatur unter 30 Grad Celsius = schwere Hypothermie im sogenannten Lähmungsstadium: Die Betroffenen sind bewusstlos, ihre Atmung ist flach und ihr Herzschlag unrhythmisch; Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Stillstand sind möglich.
  • Beobachtung der Bewusstseinslage: Starke Müdigkeit bis hin zu einem extremen Schlafbedürfnis, zunehmende Verwirrtheit und verminderte und unkoordinierte Muskeltätigkeit weisen auf eine Unterkühlung hin.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Eine elektromyographische Ableitung der Reizleitung am Herzen gibt Auskunft über Störungen der Reizleitung. Bei einer Hypothermie kommt es zu charakteristischen Veränderungen der Herzspannungskurven.
  • Analyse der Blutgase: Durch Messung von Sauerstoffgehalt und pH-Wert des Bluts kann der Arzt die aktuelle Stoffwechsellage des Körpers prüfen und eventuelle Verschiebungen im Ionenhaushalt feststellen.

Eine Hypothermie kann mit Erfrierungen einhergehen. Eine Erfrierung kann aber auch – als sogenannte Kälteverbrennung – ohne Unterkühlung entstehen. Ob ein Körperteil erfroren ist, stellt der Arzt nach einer Befragung der Betroffenen (Anamnese) und anhand der jeweiligen Symptome fest – zum Beispiel anhand von Verfärbungen der Haut, Blasenbildung, Schwellungen und Schmerzen.

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