Hypophysentumor: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2014)

Bei einem Hypophysentumor ist nicht immer eine Therapie notwendig. Kleine Tumoren beobachtet der Arzt und kontrolliert regelmäßig, ob sie gewachsen sind oder sich anderweitig verändert haben. Wenn keine Beschwerden auftreten, muss der Hypophysentumor nicht behandelt werden.

Verursacht ein Hypophysentumor Probleme, entfernt ein Arzt ihn in der Regel im Rahmen einer Operation. Eine Ausnahme stellt das Prolaktinom dar: Hier reicht meist eine medikamentöse Therapie aus.

Wie dringlich bei einem Hypophysentumor die Operation ist, zeigt sich immer durch die vom Tumor ausgelösten Beschwerden (z.B. Sehstörungen).

Wegen der günstigen Lage der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) kann man den Hypophysentumor meist über die Nase entfernen. Nur bei sehr großen Hypophysentumoren ist es nötig, bei der operativen Therapie das Schädeldach zu öffnen.

Manchmal ist es nicht möglich, einen Hypophysentumor komplett zu entfernen. Bleibt nach der Operation ein Tumorrest bestehen, ist es ratsam, ihn durch regelmäßige MRT-Untersuchungen und Kontrollen der Hormonspiegel beobachten zu lassen. Gegebenenfalls ist eine erneute Operation notwendig.

In bestimmten Situationen ist bei einem Hypophysentumor eine Strahlentherapie sinnvoll: Sie bietet sich an bei Tumoren, die nicht operiert werden können, beziehungsweise als begleitende Maßnahme, wenn man diese nur unvollständig entfernen kann, und bei einem Rückfall (Rezidiv). Wegen der empfindlichen Strukturen im Tumorbereich (Gehirn, Sehnerven) ist es notwendig, die Strahlentherapie besonders gründlich zu planen und auszuführen. Sie kann einmalig oder in Einzeldosen über mehrere Wochen erfolgen.

Das hormonaktive Hypophysenadenom Prolaktinom stellt in der Therapie einen Sonderfall dar. Kleine Prolaktinome kann man durch bestimmte Medikamente (sog. Dopaminagonisten) behandeln. Diese unterdrücken die Prolaktinausschüttung aus dem Hypophysenvorderlappen und führen zu einer langsamen Verkleinerung des Tumors. Gelegentlich vertragen die Betroffenen eine medikamentöse Dauertherapie nicht, manchmal verkleinert sich der Hypophysentumor nicht oder nur unzureichend. In solchen Fällen besteht auch hier die Therapie darin, den Tumor der Hypophyse in einer Operation zu entfernen. Wenn das Medikament grundsätzlich wirkt, ist bei Tumorresten sein weiterer Einsatz nach der Operation sinnvoll. Dies verhindert, dass das Prolaktinom erneut auftritt.


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