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Hypophysentumor

Hypophysentumor: Therapie

Stand: 30. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einem Hypophysentumor besteht die Therapie – außer beim Prolaktinom – darin, den Tumor durch eine Operation zu entfernen. Dabei sind durch das häufige Hypophysenadenom oder einen anderen Hypophysentumor ausgelöste zentrale Störungen (z.B. Sehstörungen) immer ein Hinweis darauf, wie dringlich die Operation ist. Wegen der günstigen Lage der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) lässt sich der Hypophysentumor meist über die Nase entfernen. Das Schädeldach öffnet der Operateur nur in Ausnahmefällen bei sehr großen Hypophysentumoren. Eine radikale Entfernung des Tumors ist je nach seiner Ausbreitung nicht immer möglich. Bleibt nach der Operation ein Tumorrest bestehen, ist es ratsam, ihn durch regelmäßige MRT-Untersuchungen und Kontrollen der Hormonspiegel beobachten zu lassen. Gegebenenfalls ist eine erneute Operation notwendig.

Eine Therapie durch Bestrahlung ist bei einem Hypophysentumor in bestimmten Situationen sinnvoll: bei nicht operierbaren Tumoren beziehungsweise als begleitende Maßnahme, wenn sich diese nur unvollständig entfernen lassen, und bei einem Rückfall (Rezidiv). Die heiklen Strukturen (Gehirn, Sehnerven) erfordern eine besonders genaue Planung und Durchführung der Strahlentherapie. Sie kann einmalig oder in Einzeldosen über mehrere Wochen erfolgen.

Der hormonaktive Hypophysentumor Prolaktinom stellt in der Therapie einen Sonderfall dar. Kleine Prolaktinome sind durch bestimmte Medikamente (sog. Dopaminagonisten) therapierbar. Diese unterdrücken die Prolaktinausschüttung aus dem Hypophysenvorderlappen und führen zu einer langsamen Verkleinerung des Tumors. Gelegentlich vertragen die Betroffenen eine medikamentöse Dauertherapie nicht, manchmal verkleinert sich der Tumor der Hypophyse nicht oder nur unzureichend. In solchen Fällen besteht auch hier die Therapie darin, den Hypophysentumor operativ zu entfernen. Wenn das Medikament grundsätzlich wirkt, ist bei Tumorresten sein weiterer Einsatz nach der Operation sinnvoll. Dies verhindert, dass das Prolaktinom erneut auftritt.

Weiterlesen: Hypophysentumor: Verlauf

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