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Hypophysentumor

Hormonaktiver Hypophysentumor

Stand: 30. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein hormonaktiver Hypophysentumor bildet unkontrolliert Hormone in hohem Maße, unabhängig vom Bedarf des Körpers. Die Symptome, die durch hormonaktive Tumoren beziehungsweise durch die Hormonwirkung entstehen, weisen häufig auf die vorliegende Tumorart hin. Neben den Hormonen hat auch das Größenwachstum der hormonaktiven Form des Hypophysentumors verschiedene Symptome zur Folge. Hierzu zählen Sehstörungen oder Kopfschmerzen.

Prolaktinom

Der hormonaktive Hypophysentumor namens Prolaktinom bildet das Hormon Prolaktin. Dieses körpereigene Hormon setzt nach einer Geburt bei der Frau die Milchbildung in Gang. Entsteht durch den Hypophysentumor Prolaktinom zu viel Prolaktin, treten bei Frauen typische Symptome wie einsetzende Milchbildung, unregelmäßiger Zyklus oder ausbleibende Monatsblutung ein. Männer mit einem Prolaktinom entwickeln eine vergrößerte Brust mit Milchabsonderung und Behaarungsstörungen.

Wachstumshormonproduzierender Hypophysentumor

Ein wachstumshormonproduzierender Hypophysentumor bildet das sogenannte Human-Growth-Hormon (somatotropes Hormon, STH), das unter anderem den Schluss der Wachstumsfugen der Knochen und das Längenwachstum des Körpers beschleunigt. Welche Symptome durch wachstumshormonproduzierende Hypophysentumoren auftreten, hängt auch vom Alter der Betroffenen ab: Bei Kindern kann als Symptom eines wachstumshormonproduzierenden Tumors ein Riesenwuchs entstehen. Erwachsene, deren Längenwachstum aufgrund der geschlossenen Wachstumsfugen abgeschlossen ist, entwickeln Verknöcherungen der vorspringenden Teile des Gesichts (Nase, Überaugenwülste und Unterkiefer). Auch Weichteile, wie Lippen, Zunge, Kehlkopf und Finger, können fleischig anschwellen. Die fachliche Bezeichnung dieser Veränderungen lautet Akromegalie. Der Überschuss des Wachstumshormons stört auch die Regulation des Blutzuckerspiegels. Etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen entwickeln daher einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Bestehen die Erkrankungen länger fort, können vor allem an Herz, Kreislauf und Lunge Komplikationen auftreten.

ACTH-produzierender Hypophysentumor

Ein ACTH-produzierender Hypophysentumor äußert sich durch Symptome wie Mondgesicht durch Wassereinlagerung, Stiernacken, Fetteinlagerung am Körperstamm, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, Störungen der Blutgerinnung sowie eine verminderte Knochendichte (Osteoporose). Dieses für ACTH-produzierende Tumoren der Hirnanhangdrüse typische Beschwerdebild trägt die Bezeichnung Cushing-Syndrom. Es ist die Folge einer erhöhten Glukokortikoid-Konzentration im Blut.

Die für die Symptome verantwortlichen Glukokortikoide erfüllen verschiedene Aufgaben und Funktionen im Körper, unter anderem beeinflussen sie die Kohlenhydratbildung in der Leber, den Blutzuckerspiegel, das Immunsystem und den Wasser- und Elektrolythaushalt. Das Hormon ACTH (adrenokortikotropes Hormon) bewirkt in der Nebennierenrinde ihre Bildung und Ausschüttung. Der ACTH-produzierende Hypophysentumor führt zu einem ACTH-Überschuss, der wiederum zu einem Glukokortikoidüberschuss führt.

Weiterlesen: Hypophysentumor: Diagnose

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