Hypophysentumor: Hormonaktiver Hypophysentumor

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2014)

Ein hormonaktiver Hypophysentumor bildet unkontrolliert Hormone in hohem Maße, unabhängig vom Bedarf des Körpers. Die vielfältigen Symptome, die ein hormonaktiver Tumor beziehungsweise die Hormonwirkung hervorruft, weisen häufig auf die vorliegende Tumorart hin.

Wie auch bei einem hormoninaktiven Hypophysentumor spielt auch das Wachstum beziehungsweise die Größe der Neubildung eine Rolle. Wenn der Tumor auf benachbarte Strukturen drückt, können Sehstörungen oder Kopfschmerzen auftreten.

Prolaktinom

Der häufigste Hypophysentumor ist ein hormonaktiver Hypophysentumor namens Prolaktinom: Dies ist ein Hypophysenadenom (also ein im Vorderlappen der Hypophyse liegender Tumor), welches das Hormon Prolaktin bildet. Dieses körpereigene Hormon setzt nach einer Geburt bei der Frau die Milchbildung in Gang.

Entsteht durch ein Prolaktinom zu viel Prolaktin, treten bei Frauen typische Symptome auf, wie:

Männer mit diesem Hypophysenadenom haben seltener Lust auf Sex und häufig Potenzprobleme. Manchmal wachsen auch die Brüste.

Wachstumshormonproduzierender Hypophysentumor

Ein weiterer häufiger hormonaktiver Hypophysentumor bildet das sogenannte Human-Growth-Hormon (Wachstumshormon, somatotropes Hormon, STH), das unter anderem den Schluss der Wachstumsfugen der Knochen und das Längenwachstum des Körpers beschleunigt. Welche Symptome ein solcher wachstumshormonproduzierender Hypophysentumor auslöst, hängt auch vom Alter der Betroffenen ab: Bei Kindern kann als Symptom eines wachstumshormonproduzierenden Tumors ein Riesenwuchs entstehen. Erwachsene, deren Längenwachstum aufgrund der geschlossenen Wachstumsfugen abgeschlossen ist, entwickeln Verknöcherungen der vorspringenden Teile des Gesichts (Nase, Überaugenwülste und Unterkiefer). Weichteile, wie Lippen, Zunge, Kehlkopf und Finger, können ebenfalls wachsen. Auch die inneren Organe werden größer, zum Beispiel das Herz, die Leber oder die Milz.

Die medizinische Bezeichnung dieser Auswirkungen des Überschusses an Wachstumshormonen lautet Akromegalie oder Hyperpituitarismus.

Der Überschuss des Wachstumshormons stört auch die Regulation des Blutzuckerspiegels. Daher führt ein wachstumshormonproduzierender Hypophysentumor bei etwa 15 Prozent der Betroffenen zu Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

ACTH-produzierender Hypophysentumor

Wenn ein hormonaktiver Hypophysentumor das Hormon ACTH bildet, tritt das sogenannte Cushing-Syndrom auf. Dieses kann auch andere Ursachen als einen Hypophysentumor haben, jedoch steckt in etwa 8 von 10 Fällen eine Neubildung im Hypophysenvorderlappen dahinter.

Das Cushing-Syndrom bei einem ACTH-bildenden Hypophysentumor äußert sich unter anderem durch folgende Symptome:


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