Hypophysentumor: Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2014)

Ein Hypophysentumor kann sich sehr unterschiedlich äußern. Welche Symptome auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind, hängt unter anderem von der Größe und Lage des Tumors ab. Oft führt ein Hypophysentumor zu Beschwerden, wenn er wächst und andere Strukturen im Gehirn verdrängt. Wegen der Lage der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) löst ein sich dort entwickelnder Tumor zum Beispiel Symptome wie Sehstörungen beziehungsweise Gesichtsfeldausfällen aus.

Da die Hypophyse viele Hormone produziert, äußert sich ein Hypophysentumor jedoch vor allem durch eine veränderte Hormonproduktion:

  • Hormonaktiver bzw. hormonproduzierender Hypophysentumor: gesteigerte Produktion bestimmter Hormone, z.B. bei einem Prolaktinom produziert die Hypophyse vermehrt das Hormon Prolaktin
  • Hormoninaktiver Hypophysentumor: keine gesteigerte, evtl. verminderte Hormonproduktion, wenn der Hypophysentumor die hormonproduzierenden Zellen verdrängt

Hormoninaktiver Hypophysentumor

Ein kleiner hormoninaktiver Hypophysentumor (sog. Mikroadenom) ruft häufig keinerlei Symptome hervor. Wächst dar Tumor und beginnt, auf die umliegenden Gewebe zu drücken, können Symptome auftreten wie:

  • Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle
  • Diabetes insipidus
  • evtl. Kopfschmerzen

Verdrängt der Hypophysentumor die hormonproduzierenden Zellen der Hypophyse, führt dies zu einer Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz. Das bedeutet, die Hypophyse bildet nicht mehr ausreichend Hormone. Dies führt zu jeweils unterschiedlichen Symptomen, je nachdem, welches Hormon fehlt:

  • Wachstumshormon-Mangel:
    • vermehrte Fetteinlagerung am Bauch
    • Rückgang der Muskelmasse
    • allgemeine Erschöpfung und Antriebslosigkeit
    • Anstieg des "bösen" LDL-Cholesterins und Abfall des "guten" HDL-Cholesterins
    • erhöhtes Arterioskleroserisiko
    • erhöhtes Osteoporoserisiko
  • Mangel an Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das für die Produktion des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikel-stimulierenden Hormons (FSH) verantwortlich ist, die an der Regulation des Menstruationszyklus beteiligt sind:
    • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)
    • Verlust des sexuellen Verlangens
    • verminderter Haarwuchs der Schambehaarung und unter den Achseln
    • evtl. Depressionen
    • Osteoporose
  • Mangel an Thyreoidea-stimulierendem Hormon (TSH), das die Produktion der Schilddrüsenhormone steuert:
    • verstärktes Kälteempfinden
    • verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)
    • Müdigkeit
  • Mangel an Melanozyten-stimulierendem Hormon (MSH) und Adrenokortikotropem Hormon (ACTH), welche die Produktion von Hormonen in der Nebennierenrinde mit beeinflussen:
    • allgemeine Erschöpfung und Antriebslosigkeit
    • Gewichtsabnahme
    • Blässe durch eine Entfärbung (Depigmentierung) der Haut
    • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
    • Unterzuckerung (Hypoglykämie)
  • Prolaktinmangel bei stillenden Frauen: Versiegen der Milch

Tritt der Wachstumshormon-Mangel bei Kindern auf, wachsen diese nicht richtig – sie bleiben zwergwüchsig, wenn der Hormonmangel nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Führt der Hypophysentumor zu einer Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz, treten in der Regel erst dann Symptome auf, wenn bereits 80 Prozent der hormonproduzierenden Zellen zerstört sind!


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