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Hypophysentumor: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2014)

Der Begriff Hypophysentumor bezeichnet eine Neubildung (Tumor) der Hypophyse (Hirnanhangdrüse).

Die Hypophyse ist eine etwa kirschgroße Hormondrüse, die über einen dünnen Stiel mit dem Gehirn verbunden ist. Die Hypophyse bildet die Schnittstelle zwischen dem Gehirn und dem Hormonsystem (endokrines System) und spielt somit eine zentrale Funktion bei der hormonellen Regulation des Körpers. Da die Hypophyse kein Hirngewebe enthält, ist der Hypophysentumor streng genommen kein Hirntumor. Dennoch zählt ein von der Hirnanhangdrüse gebildeter Tumor zu den Gehirntumoren; seine Behandlung erfolgt dementsprechend durch Neurochirurgen.

Die Hypophyse gliedert sich in einen Vorder- und einen Hinterlappen. Ein Hypophysentumor geht meist vom Vorderlappen (sog. Adenohypophyse) aus. Entsprechend bezeichnet man ihn als Hypophysenadenom.

Die Hypophysentumoren bilden zwei Gruppen: Diese unterscheiden sich durch ihre Fähigkeit, wirksame Hypophysenhormone in das Blut abzugeben. Meistens ist ein Hypophysentumor hormonaktiv, das bedeutet, dass er Hormone produziert und so häufig einen Hormonüberschuss verursacht. Ist der Hypophysentumor hormoninaktiv, er bildet also keine Hormone.

In den meisten Fällen ist ein Hypophysentumor gutartig; manchmal kann er jedoch aggressiv und gewebezerstörend (invasiv) wachsen und dadurch Strukturen im Gehirn schädigen: Oberhalb der Hypophyse dehnt sich ein mit Hirnwasser gefüllter Raum aus. Hier liegen wichtige und empfindliche Strukturen wie Arterien und die Sehnerven. Verdrängt ein wachsender Hypophysentumor sie, ist dies in Bezug auf seine Symptome, Therapie und Prognose von großer Bedeutung.

Häufigkeit

Ein Hypophysentumor kommt relativ häufig vor: Bei etwa jeder zehnten Autopsien findet sich ein kleiner Hypophysentumor, der vorher jedoch nie bemerkt wurde.

Der am weitesten verbreitete Hypophysentumor ist das Hypophysenadenom, es macht etwa 10 bis 15 Prozent aller Hirntumoren aus. Am häufigsten tritt dieser Hypophysentumor bei 35- bis 45-Jährigen auf.

Das Prolaktinom ist mit einem Anteil von etwa 40 Prozent das häufigste hormonaktive Hypophysenadenom – es bildet das Hormon Prolaktin.

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