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Hypophysentumor

Hypophysentumor: Definition

Stand: 30. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Der Begriff Hypophysentumor bezeichnet per Definition eine krankhafte Neubildung (Tumor) der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), ausgehend von hormonbildenden Zellen. Die Hypophyse ist eine etwa kirschgroße Hormondrüse, die über einen dünnen Stiel mit dem Gehirn verbunden ist. Sie bildet die Schnittstelle zwischen dem Gehirn und dem Hormonsystem (endokrines System) und spielt somit eine zentrale Rolle für die hormonelle Regulation des Körpers. Da die Hypophyse kein Hirngewebe enthält, ist der Hypophysentumor streng genommen kein Hirntumor. Dennoch zählt ein von der Hirnanhangdrüse gebildeter Tumor zu den Gehirntumoren; seine Behandlung erfolgt dementsprechend durch Neurochirurgen.

Die Hypophyse gliedert sich in einen Vorder- und einen Hinterlappen. Meist geht ein Hypophysentumor vom Vorderlappen (Adenohypophyse) aus. In dem Fall handelt es sich um ein sogenanntes Hypophysenadenom. Hypophysenadenome machen etwa 15 Prozent aller Hirntumoren aus.

Die Hypophysentumoren bildet zwei Gruppen: Diese unterscheiden sich durch ihre Fähigkeit, wirksame Hypophysenhormone in das Blut abzugeben. Meistens ist ein Hypophysentumor hormonaktiv und führt so zu einem Hormonüberschuss. Ist der Hypophysentumor hormoninaktiv, kann dies manchmal einen Hormonmangel zur Folge haben.

In den meisten Fällen ist ein Hypophysentumor gutartig; manchmal kann er jedoch aggressiv und gewebezerstörend (invasiv) wachsen und dadurch Strukturen im Gehirn schädigen: Oberhalb der Hypophyse dehnt sich ein mit Hirnwasser gefüllter Raum aus. Hier liegen wichtige und sensible Strukturen wie Arterien und Sehnerven. Verdrängt ein wachsender Hypophysentumor sie, ist dies in Bezug auf seine Symptome, Therapie und Prognose von großer Bedeutung.

Häufigkeit

Ein Hypophysentumor tritt mit größter Häufigkeit bei 35- bis 45-Jährigen auf. Bei einem Viertel aller Autopsien findet sich ein kleiner Hypophysentumor, der sich zu Lebzeiten nicht bemerkbar gemacht hat.

Der Hypophysentumor, der mit einem Anteil von 40 Prozent unter allen Hypophysentumoren die größte Häufigkeit aufweist, ist ein das Hormon Prolaktin bildendes Hypophysenadenom: das Prolaktinom. Ihm folgen mit etwa 15 Prozent das wachstumshormonbildende Adenom und die hormoninaktiven Adenome.

Weiterlesen: Hypophysentumor: Ursachen

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