Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsen­unterfunktion) : Parathormon

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Der für den Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) kennzeichnende Mangel am Nebenschilddrüsenhormon namens Parathormon hat weitreichende Folgen: Normalerweise reguliert das Parathormon den Calcium- und Phosphathaushalt des menschlichen Organismus.

Die Hauptwirkung des Parathormons besteht darin, den Calciumspiegel im Blut zu regulieren. Der Gegenspieler zum Parathormon ist das in der Schilddrüse gebildete Calcitonin, dessen Aufgabe darin besteht, den Calciumspiegel im Blut zu senken. Calcium ist für eine Vielzahl von Prozessen im menschlichen Organismus von entscheidender Bedeutung; Abweichungen vom normalen Calciumspiegel im Blut führen zu schwerwiegenden Veränderungen.

Im Normalfall ist das Zusammenspiel von Parathormon und Calcitonin so ausgeglichen, dass der Calciumspiegel im Blut den jeweiligen Anforderungen entsprechend normal eingestellt ist. Beim Hypoparathyreoidismus ist dieses Zusammenspiel durch den Parathormonmangel aber gestört. Dies macht sich auf mehreren Ebenen bemerkbar:

Knochen

Das beim Hypoparathyreoidismus fehlende Parathormon sorgt normalerweise auf mehreren Ebenen dafür, dass sich der Calciumspiegel im Blut erhöhen kann. Die Knochen stellen dabei den Calciumspeicher dar, während der Körper über Darm und Niere Calcium aufnimmt, transportiert und ausscheidet.

Wenn die Nebenschilddrüse ihre Funktion normal erfüllt, sorgt das Parathormon bei niedrigen Calciumwerten im Blut für die Freisetzung von Calcium aus den Knochen: Dadurch steigt der Calciumspiegel wieder. Da beim Hypoparathyreoidismus das Parathormon aber fehlt, kann es auch nicht für den Ausgleich niedriger Calciumwerte sorgen: Es entsteht der für die Nebenschilddrüsenunterfunktion typische niedrige Calciumspiegel (Hypokalzämie).

Niere

Ein Hypoparathyreoidismus beeinflusst den Calciumhaushalt auch wegen der Wirkung von Parathormon in der Niere: Normalerweise steigert das Parathormon in der Niere die Wiederaufnahme (Rückresorption) von Calcium in den Körper und verhindert damit einen Calciumverlust. Bei einer Nebenschilddrüsenunterfunktion geht dem Körper also mehr Calcium verloren.

Gleichzeitig wirkt sich ein Hypoparathyreoidismus in der Niere auf den Phosphathaushalt und Vitamin-D-Stoffwechsel aus, denn: Parathormon fördert die Ausscheidung von Phosphat in der Niere, wodurch ein niedriger Phosphatspiegel entsteht, der wiederum die Niere zur Bildung von aktivem Vitamin D anregt. Die Nebenschilddrüsenunterfunktion verursacht also einen erhöhten Phosphatspiegel, sodass die Niere weniger Vitamin D bildet.

Darm

Der beim Hypoparathyreoidismus durch das fehlende Parathormon herrschende Mangel an aktivem Vitamin D wirkt sich wiederum im Darm auf den Calciumhaushalt aus: Vitamin D sorgt normalerweise in der Darmschleimhaut für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung. Bei einer Nebenschilddrüsenunterfunktion nimmt der Körper also weniger Calcium aus der Nahrung auf. Darüber hinaus hat das fehlende Vitamin D auch Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel: Normalerweise sorgt Vitamin D dafür, dass die Knochen wieder Calcium aufnehmen. Bei einem Mangel an Parathormon kann sich also der Calciumspeicher nicht wieder auffüllen.


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