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Stand: 27. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Der für den Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) kennzeichnende Mangel am Nebenschilddrüsenhormon namens Parathormon hat weitreichende Folgen: Normalerweise reguliert das Parathormon den Kalzium- und Phosphathaushalt des menschlichen Organismus. Die Hauptwirkung des Parathormons besteht darin, den Kalziumspiegel im Blut zu regulieren. Kalzium ist für eine Vielzahl von Prozessen im menschlichen Organismus von entscheidender Bedeutung. Abweichungen vom normalen Kalziumspiegel im Blut – wie beim Hypoparathyreoidismus – führen zu schwerwiegenden Veränderungen.
Das Parathormon hat die Aufgabe, auf mehreren Ebenen dafür zu sorgen, dass eine Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut möglich ist. Dabei stellen die Knochen den Kalziumspeicher dar; Aufnahme, Transport und Ausscheidung von Kalzium erfolgen hingegen über Darm und Niere. Der Gegenspieler des Parathormons ist das Kalzitonin, dessen Aufgabe darin besteht, den Kalziumspiegel im Blut zu senken.
Die Bildung von Kalzitonin findet in speziellen Zellen der Schilddrüse (C-Zellen) statt. Im Normalfall ist das Zusammenspiel von Parathormon und Kalzitonin so ausgeglichen, dass der Kalziumspiegel im Blut den jeweiligen Anforderungen entsprechend normal eingestellt ist. Beim Hypoparathyreoidismus ist dieses Zusammenspiel aufgrund des Parathormonmangels aber gestört. Dies macht sich auf mehreren Ebenen bemerkbar:
Das beim Hypoparathyreoidismus fehlende Parathormon regt normalerweise die knochenbildenden Zellen (Osteoblasten) an und fördert somit den Aufbau der Knochen. Andererseits fördert es aber auch die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) und damit den Abbau von Knochensubstanz. Funktioniert die Nebenschilddrüse normal (und liegen somit normale Parathormonwerte vor), besteht ein Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau. Bei niedrigen Kalziumwerten führt das Parathormon zur Freisetzung von Kalzium aus den Knochen, das dann ins Blut gelangt. Da bei der Nebenschilddrüsenunterfunktion das Parathormon aber fehlt, kann es auch nicht für einen Ausgleich der niedrigen Kalziumwerte sorgen: Es entsteht der für den Hypoparathyreoidismus typische niedrige Kalziumspiegel (Hypokalzämie).
Das Parathormon steigert in der Niere die Wiederaufnahme (Rückresorption) von Kalzium in den Körper und verhindert damit einen Kalziumverlust. Andererseits fördert das Parathormon die Ausscheidung von Phosphat in der Niere. Ein niedriger Phosphatspiegel regt die Niere zur Bildung von Vitamin D an. Durch den beim Hypoparathyreoidismus herrschenden Mangel an Parathormon erhöht sich also der Phosphatspiegel – weshalb die Niere wiederum weniger Vitamin D bildet.
Wenn nicht gerade infolge eines Hypoparathyreoidismus ein Mangel an Parathormon herrscht, sodass die Niere weniger Vitamin D herstellt, bewirkt das Vitamin D im Darm (genauer: in der Darmschleimhaut) die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung. Eine weitere Wirkung von Vitamin D besteht darin, Kalzium in den Knochen aufzunehmen, den Kalziumspeicher also wieder aufzufüllen.
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