Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsen­unterfunktion) : Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. März 2016)

Der Hypoparathyreoidismus ist eine Erkrankung infolge einer Nebenschilddrüsenunterfunktion: Unterfunktion bedeutet, dass die Nebenschilddrüse ihre Funktion – das Nebenschilddrüsenhormon namens Parathormon herzustellen – nicht oder nur unzureichend erfüllt.

Die Bezeichnung Hypoparathyreoidismus für die Nebenschilddrüsenunterfunktion setzt sich zusammen aus:

  • der griechischen Vorsilbe hypo (= unter) und
  • der medizinischen Kurzbezeichnung Parathyroidea (= Nebenschilddrüse).

Die Nebenschilddrüse liegt innerhalb der aus Bindegewebe bestehenden Schilddrüsenkapsel direkt hinter der Schilddrüse im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs. Sie besteht aus vier einzelnen kleinen Drüsen (sog. Epithelkörperchen). Diese arbeiten unabhängig von der Schilddrüse und regeln normalerweise mithilfe von Parathormon den Calcium- und Phosphathaushalt des Körpers. Der beim Hypoparathyreoidismus herrschende Parathormonmangel führt dazu,

  • dass die Calciumwerte im Blut sinken,
  • während die Phosphatwerte ansteigen.

Der Hypoparathyreoidismus ist also gekennzeichnet durch:

  • einen Mangel am Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon),
  • einen niedrigen Calciumspiegel (sog. Hypokalzämie) sowie
  • einen erhöhten Phosphatspiegel (sog. Hyperphosphatämie).

Häufigkeit

Der Hypoparathyreoidismus tritt mit einer Häufigkeit von etwa 0,4 bis 4 Prozent als Komplikation bei Operationen an der Schilddrüse auf. Dabei ist das Risiko für eine versehentliche Entfernung der Nebenschilddrüse bei einer Schilddrüsenvergrößerung oder Schilddrüsenüberfunktion wesentlich geringer als bei einer Schilddrüsenentfernung aufgrund von Schilddrüsenkrebs.


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