Hyperpara­thyreoidismus (Nebenschilddrüsen­überfunktion): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2015)

Ein Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) kann verschiedene Ursachen haben. Ein sogenannter primärer Hyperparathyreoidismus tritt auf, wenn Erkrankungen der Nebenschilddrüse selbst die Ursachen sind. Sind andere Erkrankungen (die nicht von der Nebenschilddrüse ausgehen) für die Nebenschilddrüsenüberfunktion verantwortlich, liegt ein sogenannter sekundärer Hyperparathyreoidismus vor.

Primärer Hyperparathyreoidismus

Erkrankungen der Nebenschilddrüse selbst (primärer Hyperparathyreoidismus) stellen die häufigsten Ursachen einer Nebenschilddrüsenüberfunktion dar. Typischerweise handelt es sich dabei um hormonproduzierende Tumoren der Nebenschilddrüse, die in der überwiegenden Mehrzahl gutartig sind. Dazu gehören vor allem sogenannte Nebenschilddrüsen-Adenome. Adenome, die nur eines der vier Epithelkörperchen betreffen, sind in 80 Prozent der Hyperparathyreoidismus-Fälle die Ursachen. Bei fünf Prozent sind mehrere Epithelkörperchen betroffen. Weniger als ein Prozent der Tumoren als Hyperthyreoidismus-Ursachen sind bösartig (Nebenschilddrüsen-Karzinome). Auch ein übermäßiges Wachstum der Epithelkörperchen kann eine primäre Nebenschilddrüsenüberfunktion hervorrufen.

In seltenen Fällen tritt die Nebenschilddrüsen-Überproduktion in Familien gehäuft auf. Experten vermuten, dass in solchen Fällen ein verändertes Erbgut für die Erkrankung verantwortlich ist.

Selten ist eine Erbkrankheit – das sogenannte MEN-Syndrom – bei einem primären Hyperparathyreoidismus die Ursache. Beim MEN-Syndrom handelt es sich um multiple endokrine Neoplasien, also mehrfache Neubildungen hormonbildender Organe. Beim MEN-I-Syndrom entwickeln sich häufig auch Tumoren der Bauchspeicheldrüse und der Hirnanhangdrüse. Beim MEN-II-Syndrom zeigen sich neben Tumoren der Nebenschilddrüse oft auch Tumore der Nebenniere und der Schilddrüse.

Charakteristisch für alle Formen des primären Hyperparathyreoidismus ist die unkontrollierte (autonome) Bildung von Parathormon. Als Folge davon kommt es zu einer Hyperkalzämie – also einer Erhöhung des Calciumspiegels im Blut. Dieses sogenannte Hyperkalzämie-Syndrom bestimmt maßgeblich die Beschwerden bei der Nebenschilddrüsenüberfunktion.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Bei sekundärem Hyperparathyreoidismus sind häufig Erkrankungen die Ursachen, die den Calciumspiegel im Blut senken (Hypokalzämie). Dazu gehört zum Beispiel eine verminderte Calciumzufuhr bei einseitiger Ernährung oder ein Vitamin-D-Mangel.

Im Gegensatz zum primären Hyperparathyreoidismus sind die Calciumspiegel beim sekundären Hyperparathyreoidismus erniedrigt anstatt erhöht. Um diesen Mangel auszugleichen, produziert die Nebenschilddrüse vermehrt Parathormon – ein Hyperparathyreoidismus tritt auf.

Grunderkrankungen, die einem Hyperparathyreoidismus als Ursachen zugrunde liegen können, sind zum Beispiel:


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