Hyperpara­thyreoidismus (Nebenschilddrüsen­überfunktion): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2015)

Nur etwa in der Hälfte aller Fälle von primärem Hyperparathyreoidismus (autonomer HPT) treten Symptome auf. Kommt es allerdings zu Beschwerden, sind sie Folge des erhöhten Calciumspiegels (Hyperkalzämie). Mediziner fassen diese Hyperparathyreoidismus-Symptome als Hyperkalzämie-Syndrom zusammen. Das Hyperkalzämie-Syndrom führt bei primärem Hyperparathyreoidismus auch zu Organveränderungen.

Hyperkalzämie-Syndrom

Bei der primären Nebenschilddrüsenüberfunktion scheidet der Körper aufgrund des erhöhten Calciumspiegels (Hyperkalzämie) verstärkt Urin aus, was gleichzeitig das Durstgefühl steigert. Trotz vermehrten Trinkens kann ein Flüssigkeitsverlust von mehreren Litern entstehen. Weitere Hyperparathyreoidismus-Symptome sind:

Organveränderungen

Die Organveränderungen bei der primären Nebenschilddrüsenüberfunktion können Niere, Knochen und Magen betreffen.

Niere

Es können sowohl vermehrt einzelne Nierensteine auftreten als auch eine über die gesamte Niere verstreute körnige Verkalkung (diffuse Nephrokalzinose).

Knochen

Das überschüssige Parathormon führt dazu, dass sich die knochenabbauenden Zellen, die sogenannten Osteoklasten, vermehren und den Knochen immer weiter abbauen. Sind die Knochen durch einen Hyperparathyreoidismus angegriffen, treten teilweise auch Gliederschmerzen und Schmerzen an der Wirbelsäule auf.

Bei fortgeschrittenem Hyperparathyreoidismus können sich sogenannte Osteoklastome oder "braune Tumoren" bilden. Diese kommen heute aber nur noch selten vor. Es besteht eine erhöhte Gefahr für spontane (ohne äußere Einwirkung) Knochenbrüche.

Magen

Etwa bei jedem zweiten Betroffenen mit einem primären Hyperparathyreoidismus treten Magen-Darm-Beschwerden auf, zum Beispiel Appetitlosigkeit, Übelkeit und seltener auch Magengeschwüre. Experten führen diese unter anderem auf eine gesteigerte Säureproduktion infolge der hohen Calciumkonzentration im Blut zurück.

Bei der Nebenschilddrüsenüberfunktion bilden sich häufig auch Steine in der Bauchspeicheldrüse und gelegentlich auch in der Gallenblase. Gallensteine sind etwa doppelt so häufig wie bei Gesunden. Durch Steine in der Bauchspeicheldrüse, aber auch durch Gallensteinleiden, kann der Abfluss des Bauchspeicheldrüsensekrets blockiert werden. Das kann zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) führen. Entsprechend tritt bei etwa einem von zehn Betroffenen mit Hyperparathyroidismus zusätzlich eine Pankreatitis auf.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Bei einem sekundären Hyperparathyreoidismus können die gleichen Symptome wie bei einer primären Nebenschilddrüsenüberfunktion auftreten, zum Beispiel

Die genauen Symptome hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.


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