Hyperpara­thyreoidismus (Nebenschilddrüsen­überfunktion): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2015)

Der Begriff Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) bezeichnet eine Überfunktion der Nebenschilddrüse: Die Nebenschilddrüse produziert zu viel des sogenannten Parathormons.

Dieses Hormon reguliert den Calcium- und Phosphathaushalt des menschlichen Organismus. Ist zu viel Parathormon im Körper vorhanden, steigt der Calciumspiegel im Blut. Viele Betroffene haben aber keinerlei spürbare Beschwerden. Deshalb wird die Nebenschilddrüsenüberfunktion häufig nur zufällig entdeckt. Treten bei einem Hyperparathyreoidismus Symptome auf, äußern sie sich zum Beispiel in Form von:

Die Bezeichnung Hyperparathyreoidismus (HPT) ist aus der griechischen Vorsilbe hyper (über) und der medizinischen Kurzbezeichnung der Nebenschilddrüse Parathyroidea zusammengesetzt.

Häufigkeit

Die Anzahl der Neuerkrankungen (Inzidenz) pro Jahr beträgt für den primären Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) 3 pro 1.000 Einwohner. Frauen erkranken häufiger als Männer – etwa zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Die Nebenschilddrüsenüberfunktion kann in jedem Lebensalter auftreten, kommt aber vor allem in der zweiten Lebenshälfte vor.

Anatomie der Nebenschilddrüse

Die Nebenschilddrüse, auch als Epithelkörperchen oder Glandula parathyroidea bezeichnet, umfasst insgesamt vier einzelne kleine Drüsen. Jede dieser vier Drüsen ist etwa linsengroß. Sie liegen unmittelbar hinter der Schilddrüse im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs. Die Nebenschilddrüse liegt hinten an der aus Bindegewebe bestehenden Schilddrüsenkapsel.

Parathormon

Das Hormon der Nebenschilddrüse ist das Parathormon. Es reguliert den Calcium- und Phosphathaushalt des menschlichen Organismus. Die Hauptwirkung des Parathormons besteht in einer Erhöhung des Calciumspiegels im Blut. Dazu verändert es Stoffwechselprozesse in Knochen und Niere. Indirekt wirkt das Parathormon auch auf den Darm und sorgt dafür, dass mehr Calcium aus der Nahrung ins Blut gelangt.

Knochen

Benötigt der Körper mehr Calcium, beeinflusst das Parathormon den Stoffwechsel der Knochen so, dass sie Calcium freisetzen.

Niere

In der Niere steigert das Parathormon die Aufnahme von Calcium aus dem Blut und verhindert damit einen Calciumverlust. Andererseits fördert Parathormon die Ausscheidung von Phosphat und stimuliert dadurch indirekt auch die Bildung von Vitamin D.

Darm

Das Parathormon sorgt dafür, dass mehr Vitamin D gebildet wird und wirkt dadurch indirekt auf den Darm: In der Darmschleimhaut bewirkt Vitamin D, dass der Körper Calciumaus der Nahrung aufnehmen kann.

Das Parathormon kann somit auf mehreren Ebenen dafür sorgen, dass der Calciumspiegel im Blut ansteigt. Der Gegenspieler des Parathormons ist das Kalzitonin: Es senkt den Calciumspiegel im Blut.

Kalzitonin wird in speziellen Zellen der Schilddrüse (C-Zellen) gebildet. Im Normalfall ist das Zusammenspiel von Parathormon und Kalzitonin so ausgeglichen, dass der Calciumspiegel im Blut den jeweiligen Anforderungen entsprechend eingestellt ist.


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